Bei der Jagd nach Steuerhinterziehern setzt der Staat immer stärker auf die „digitale“ Waffe; daher fördert er zum Beispiel das bargeldlose Bezahlen. Aber auch auf das Ersparte auf dem Bankkonto wirft er ein Auge – für manchen folgt dann die böse Überraschung: Steuerkontrolle. <BR /><BR />Ein wenig oder sogar mehr auf dem Konto zu haben, das ist schon mal ein angenehmes Gefühl. Was viele nicht wissen: Egal, ob da einige Tausender lagern oder ein Millionenbetrag schlummert – der Staat wirft ebenfalls ein Auge aufs Ersparte. Das digitale Instrument der Agentur für Einnahmen nennt sich „risparmiometro“ und wird seit gut 2 Jahren im Kampf gegen Steuerhinterziehung eingesetzt. Für steuerliche Schlaumeier – vom Unternehmer bis zum Angestellten und Freiberufler – wird es damit eng. <BR /><BR />Die Konten-Kontrolle funktioniert ähnlich wie das bereits bekannte „<b>redditometro</b>“, das die Einkommen überwacht. <BR />Bei diesem Instrument registriert eine ausgeklügelte Software, wie viel ein Steuerpflichtiger im Laufe eines Jahres für Einkäufe ausgibt; durch die Bargeld-Obergrenze und die Pflicht zum digitalen Bezahlen bei höheren Beträgen lassen sich die Flüsse des Geldes ja recht leicht nachverfolgen. Diese Ausgaben werden dann mit dem erklärten Einkommen verglichen: Ist dieses zu niedrig, um zum Beispiel das neue Auto oder eine nagelneue Küche zu finanzieren, schlägt die Software Alarm – und der oder die Betreffende dürfte bald mit dem Besuch der Steuerfahndung rechnen. Denn es besteht der Verdacht, dass für die auffallend hohen Ausgaben andere Einnahmenquellen sprudeln, auf die keine Steuer bezahlt wird. <h3> Die simple Logik hinter der Software</h3>Ganz ähnlich funktioniert das „<b>risparmiometro</b>“, das auf Verdachtsmomente bei Bankkonten spezialisiert ist. Dahinter steckt eine simple Logik: Wer Geld verdient, kann nicht alles davon auf die hohe Kante legen, denn zumindest ein gewisser Teil der Einnahmen muss für das tägliche Leben ausgegeben werden – von Lebensmitteln über Strom und Kleidung bis zu den Kosten fürs Auto. Gibt es auf einem Bankkonto nur Eingänge, aber keine Abhebungen und Bezahlungen, dann macht das den Besitzer oder die Besitzerin verdächtig: Fließen von irgendwo her andere Gelder, um den Lebensunterhalt zu bestreiten? Ist hier Schwarzgeld im Spiel? <BR /><BR />Diese Frage wird in vielen Fällen mit einer genaueren Kontrolle geklärt. Die Software erstellt eine Liste von Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern, bei denen auf dem Konto auffallend wenig Bewegung zu beobachten ist. Diese Listen werden der Agentur für Einnahmen weitergeleitet, die diese Daten prüft und die Kontrolleure losschicken kann. Wer ihnen keine plausible Erklärung für sein seelenruhig dahinschlummerndes Guthaben liefern kann, hat zumindest Erklärungsbedarf. <BR /><BR />Übrigens werden auf diese Weise nicht nur Bankkonten überwacht, sondern auch Sparbücher und andere Formen, mit denen Geld auf die Seite gelegt werden kann. Auch Unternehmen können auf diese Weise in die Rasterfahndung der Steuerbehörde kommen. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />