Viel verdienen und dabei nebenbei noch steuerlich profitieren? Das gilt für die neuen Grenzpendler im Obervinschgau nicht mehr, zumindest nicht mehr so wie bisher. Sie, aber auch die alten Pendler müssen künftig wohl mehr Steuern bezahlen – und das hat Gründe. <BR /><BR />Die Sonderrolle für die Grenzpendler und -pendlerinnen ist eine Gratwanderung. Das hörten sie bei der diesjährigen Grenzpendlertagung in Schluderns – und zwar von höchster Stelle.<BR /><BR />Die vielen Grenzpendler und -pendlerinnen wissen es: es gibt Neuigkeiten für sie. Seit kurzem werden sie unterteilt in „alte“ und „neue“ Pendler, zudem natürlich immer noch in solche, die „echte“ Pendler sind und solche, die die Voraussetzungen dafür nicht erfüllen, z. B. was den Wohnsitz hierzulande betrifft. Nicht jeder hat hier den vollen Durchblick, auch daher werden jährlich Grenzpendlertage organisiert. <h3> Die „Neuen“ werden zur Kasse gebeten</h3>Im Mittelpunkt stand heuer das neue Abkommen Schweiz-Italien bezüglich der Besteuerung der Pendler. Es gibt hier vor allem für die „Neuen“ mit z. B. (erstmaligem) Tätigkeitsbeginn nach 17. Juli 2023 Veränderungen – kurz gefasst bezahlen sie mehr Steuern als die „Alten“. Für letztere gilt eine Übergangsfrist von 10 Jahren.<BR /><BR />Gerlinde Warger brachte Beispiele der neuen Berechnung. Neu-Pendler müssen hier ordentlich zusätzlich in die Tasche greifen, denn sie zahlen nun wie in Italien üblich auch gemäß Einkommensstufen. In den Beispielen waren das schnell einmal 7-8000 Euro zusätzlich zur bisher allein üblichen und im Vergleich günstigen Schweizer (Quellen-) Besteuerung.<h3> Schweiz wird ein Stück weit weniger attraktiv</h3>Damit ist klar: Das Arbeiten in der Schweiz wird ein gutes Stück weniger attraktiv. Und genau das ist der Hintergrund der Neuregelung, wie Landeshauptmann Arno Kompatscher sagte. Das Arbeiten in der Schweiz habe in der Vergangenheit viel Gutes gebracht, früher habe es auch weniger gute Arbeitsplätze im Obervinschgau gegeben. Heute aber sei die Situation anders, man brauche Fachkräfte auch hierzulande. Da dies in anderen Teilen Norditaliens auch der Fall ist, wurde der Staat aktiv und hat Änderungen eingeleitet. <h3>Gesundheitssteuer geplant, aber kommt sie tatsächlich?</h3>Zusätzlich sollen die „alten“ Pendler eine Gesundheitssteuer im Ausmaß von 3 bis 6 Prozent bezahlen. Wie schon bei einer CGIL-Veranstaltung in Mals zuvor erklärt wurde, könnten damit Beschäftigte im Pflege- und Medizinbereich in den Grenzgebieten besser bezahlt werden. Hier allerdings werde man abwarten müssen, wie diese Regelung umgesetzt wird, sagte der Landeshauptmann. Man werde die Pendler weiterhin unterstützen, auch in Rom, aber „eine ehrliche Diskussion ist wichtig“, sagte er in Bezug auf die Situation der Pendler und Grenzgebiete insgesamt. <BR /><BR />Auch die Parlamentarierin Renate Gebhard kam auf die geplante Gesundheitssteuer zu sprechen. Sie bezeichnete es als „Drahtseilakt“, einerseits die höheren Gehälter im Ausland zu nutzen bzw. die Pendler zu unterstützen, aber andererseits das Personal auch wiederum im Lande behalten zu sollen. Die neue Steuer würde je nach Einkommen bis zu 200 Euro im Monat betragen, derzeit aber sei die Sache von Schweizer Seite aus blockiert worden.