Unser Organismus ist tagtäglich vielen schädlichen Faktoren ausgesetzt. „Dazu zählen Luftverschmutzung, Sonneneinstrahlung oder giftige Substanzen sowie ein unausgewogener oder besonders stressiger Lebensstil“, sagt Dr. Eleonora Miranda. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1126521_image" /></div> <BR /><BR />All diese Faktoren seien gemeinsam für die Zunahme und Anhäufung sogenannter freier Radikale im Körper verantwortlich. „Freie Radikale sind sehr aggressive oxidierende Moleküle“, erklärt Dr. Miranda. „So wie ein Metall, das beim Kontakt mit Luft und Feuchtigkeit oxidiert und Rost bildet, der Struktur und Funktionalität des Metalls beeinträchtigt, so können auch die Zellen und das Gewebe unseres Körpers durch freie Radikale, die wie ein ,Korrosionsmittel‘ wirken, irreversibel geschädigt werden.“ <h3>Oxidativer Stress</h3>Der Körper verfüge zwar über Abwehrsysteme, die sogenannten Antioxidantien, die helfen, diese Radikale zu neutralisieren. Wenn jedoch deren Produktion zunimmt oder die physiologische antioxidative Abwehrkapazität verringert wird, überwiegt die schädigende Wirkung der freien Radikale – man spricht von oxidativem Stress. Die Folge: Eine Reihe von Entzündungsreaktionen werden ausgelöst, die den Alterungsprozess beschleunigen und, wenn sie sich über längere Zeit hinziehen, zu mitunter schweren gesundheitlichen Problemen und Krankheiten führen. <h3>Glykation</h3>Eine ungesunde Ernährung, die reich an einfachen Zuckern und raffinierten Kohlenhydraten ist, oder das Garen von Lebensmitteln bei hohen Temperaturen, wie Grillen, Braten oder Rösten, könne ebenfalls die Gesundheit beeinträchtigen und zusammen mit oxidativem Stress zur sogenannten Glykation beitragen. Dabei handelt es sich um einen langsamen, aber irreversiblen Prozess, der als eine Art „Verklebung“ betrachtet werden kann: Glukose, ein Zuckermolekül, das normalerweise in unserem Blut transportiert wird, reagiert spontan mit den Proteinen unserer verschiedenen Gewebe, „klebt“ sich an diese und erzeugt sogenannte fortgeschrittene Glykationsendprodukte, bekannt als AGEs (Advanced Glycation Endproducts). <BR /><BR />Diese verändern die Struktur und Funktion der Gewebeproteine, wie zum Beispiel Kollagen, was den Hautalterungsprozess beschleunigt, jedoch nicht nur diesen. „Da sie sich im Körper ansammeln – und wie freie Radikale oxidierende Moleküle sind – tragen sie zum oxidativen Stress bei und lösen chronische Entzündungszustände aus, die mit mehr oder weniger schweren Krankheitsbildern verbunden sind“, erklärt die Biomedizinerin. <h3>Chronische Entzündungen</h3>Die chronische Entzündung ist also eine Reaktion des Körpers, die durch anhaltende Schäden an Zellen und Geweben ausgelöst wird. Sie ist eine Reaktion sowohl auf den oxidativen Stress als auch auf die Glykation, trägt aber auch zur Entstehung dieser Prozesse bei, wodurch ein sich gegenseitig verstärkender Teufelskreis entsteht. „Die mit chronischen Entzündungen verbundenen Krankheiten sind vielfältig“, erklärt Dr. Eleonora Miranda und zählt auf: Sie beschleunigen die Zellalterung und erhöhen das Risiko, an schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose, Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erkranken. <BR /><BR />Ein erhöhtes Risiko besteht auch für neurovegetative Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson, für Diabetes oder Krebs, für Infektionskrankheiten oder Allergien, einschließlich Asthma, für Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes, Psoriasis, rheumatoide Arthritis, für Knochen- und Muskelschmerzen sowie für Schlaf- und Fruchtbarkeitsstörungen.<BR /><BR />Tückisch ist, dass oxidativer Stress, Glykation und Entzündungen in den meisten Fällen nicht zu klinisch feststellbaren Symptomen führen. „Diese Prozesse fügen dem Körper lange Zeit im Stillen Schäden zu – bis sie schließlich im Zuge von aufgetretenen Krankheiten bei Laborproben ans Tageslicht kommen“, sagt Dr. Miranda. Über bestimmte Laborwerte lassen sich alle 3 Prozesse bereits präventiv analysieren, was im Rahmen von Vorsorge-Checks geschieht. (Hier erfahren Sie mehr dazu)<BR /><BR />„Damit lassen sich Gesundheitszustand und Alterungsprozess erheben und bei Bedarf entsprechend intervenieren“, erklärt Dr. Miranda, deren klinisches Diagnoselabor Labormed Partner der Marienklinik ist. Dies wird in erster Linie Menschen empfohlen, die pro-oxidativen Faktoren ausgesetzt sind, also die rauchen, in einer verschmutzten Umgebung leben oder giftigen Chemikalien ausgesetzt sind. Aber auch Patienten, die bereits unter verschiedenen gesundheitlichen Problemen oder Beschwerden leiden. <h3> Wie man vorbeugen kann</h3>Ernährung, körperliche Aktivität und Stressbewältigung sind die wichtigsten Ansatzpunkte, um die Zellalterung zu verlangsamen, Krankheiten vorzubeugen und das Wohlbefinden des gesamten Organismus zu verbessern. Dr. Eleonora Miranda erklärt, was zu einem gesunden und ausgewogenen Lebensstil gehört:<BR /><BR /><Fett>Obst und Gemüse essen:</Fett> Heidelbeeren, Spinat und Brokkoli sind zum Beispiel reich an Antioxidantien, die den oxidativen Stress bekämpfen.<BR /><BR /><Fett>Gesunde Fette</Fett>: Olivenöl, Avocado und Nüsse sowie Lebensmittel, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind (öliger Fisch, Leinsamen), haben entzündungshemmende Eigenschaften.<BR /><BR /><Fett>Vollkorngetreide bevorzugen:</Fett> Es ist reich an Ballaststoffen, verlangsamt die Aufnahme von Zucker, fördert das Sättigungsgefühl und verbessert auch das Gleichgewicht der Darmflora.<BR /><BR /><Fett>Besser vermeiden</Fett>: Den Konsum von Einfachzucker und übermäßigen Alkoholkonsum <Fett>einschränken</Fett> und das Rauchen vermeiden. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1126524_image" /></div> <Fett><BR />Ausreichend bewegen:</Fett> Es wird empfohlen, sich mindestens 150 Minuten pro Woche mäßig körperlich zu betätigen, z. B. durch Gehen oder Schwimmen. Bewegung trägt dazu bei, die Insulinempfindlichkeit zu verbessern und das Risiko von Glykation, oxidativem Stress und Entzündungen zu verringern.<BR /><BR /><Fett>Für Entspannung sorgen:</Fett> Techniken wie Meditation und Yoga können helfen, Stress abzubauen. <BR /><BR /><Fett>Ausreichend schlafen</Fett>: Die Nachtruhe von 7 bis 8 Stunden ist ebenfalls entscheidend für die Zellreparatur und die Regulierung von Entzündungen. <BR /><BR /><Fett>Genug trinken und bestimmte Nährstoffe ergänzen</Fett>: Man sollte die Einnahme von antioxidativen Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitamin C in Betracht ziehen sowie ausreichend Wasser trinken, um eine gute Hydratation aufrechtzuerhalten, die Zellfunktionen zu unterstützen und Giftstoffe im Körper auszuscheiden.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1126527_image" /></div> <Fett><BR />Vor UV-Schäden schützen</Fett>: Sonnenschutzmittel verwenden, um die Haut vor UV-Schäden und Luftverschmutzung zu schützen.