Donnerstag, 17. September 2020

Stille Hilfe für den Sanitätsbetrieb

Schwere Zeiten schweißen die Südtiroler zusammen. Das hat sich heuer im Frühjahr in der Corona-Hochphase einmal mehr bewahrheitet, wie das Tagblatt „Dolomiten“ am Donnerstag berichtet.

Der Südtiroler Sanitätsbetrieb erhielt aufgrund der Coronakrise zahlreiche Spenden von Unternehmern und Banken.
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Der Südtiroler Sanitätsbetrieb erhielt aufgrund der Coronakrise zahlreiche Spenden von Unternehmern und Banken. - Foto: © Shutterstock
Die sehr schwierigen, dunklen Monate der Corona-Hochphase haben auch eine Sonnenseite. In dieser Zeit, in der es in den Spitälern an vielem mangelte, wurden dem Südtiroler Sanitätsbetrieb von Betrieben, Banken und Privaten stattliche 1,17 Millionen Euro gespendet – 926.358,59 Euro davon für Investitionen. „Ich bin total beeindruckt, wie vielen Menschen es ein Anliegen war, uns als öffentlichem Betrieb zu helfen“, sagt Generaldirektor Florian Zerzer.

Dass gestern auf der Homepage des Südtiroler Sanitätsbetriebs plötzlich das Spendenaufkommen bis auf den letzten Cent veröffentlich worden ist, war so nicht geplant. Zumal nur 2 der rund 300 Spender aufgelistet waren, wurden alle Angaben am Nachmittag wieder gelöscht. „Gespendet wurden zwischen 10 und über 250.000 Euro“, sagt Enrico Wegher, Verwaltungsdirektor des Sanitätsbetriebs.

Auf der Homepage zu finden waren aber nur die Brennerautobahn AG mit einer Spendensumme von 150.000 Euro sowie die Raiffeisenkasse Bruneck, die in 5 Tranchen rund 285.000 Euro gespendet hat.

Mit der Spende der Brennerautobahn AG wurden unter anderem 3 Lungenbeatmungsgeräte, 28 Infusionspumpen und 16 Pulsoximeter zur Messung der arteriellen Sauerstoffsättigung angekauft.

Die Spende der Raiffeisenkasse Bruneck ging hingegen an den Gesundheitsbezirk Bruneck mit seinen Spitälern in Bruneck und Innichen. Mit den rund 285.000 Euro wurden unter anderem 3 Beatmungsgeräte, Patientenüberwachungsmonitore, 3 Atemgasbefeuchter und 2 Videolaryngoskope angekauft.

Ebenfalls eine großzügige Spende von 250.000 Euro ist von der Südtiroler Sparkasse beim Sanitätsbetrieb eingegangen. „Weitere 100.000 Euro von der Stiftung Alpenring, je 50.000 Euro von der Genossenschaft DAO/Conad und von der Bank Mediocredito“, sagt Wegher.

Weiters wurden von der Podini Holding 110.000 Euro zum Ankauf eines ECMO-Geräts bereitgestellt. Das ist eine spezielle Maschine, die bei Herz-Lungen-Versagen teilweise oder vollständig die Atemfunktion von Patienten übernimmt. „Wir haben sämtliche Spenden für die Bewältigung des Covid-Notstands verwendet: beispielsweise zum Ankauf von Beatmungsgeräten, Beatmungshelmen, Intensivbetten und einem zweiten ECMO-Gerät usw.“, so Wegher.

Neben den Spenden für Investitionen (926.358,59 Euro) wurden 247.857,38 Euro zur Deckung laufender Spesen gespendet. Davon gehen 224.394,39 Euro an den Sanitätsbetrieb und den Gesundheitsbezirk Bozen, 19.742,35 Euro direkt an den Gesundheitsbezirk Meran und 3720 Euro an den Bezirk Brixen.

Zu jedem der rund 300 Spender ist bereits ein Dankesschreiben des Sanitätsbetriebs hinausgegangen. „Wir sind zutiefst beeindruckt von so viel Großzügigkeit und Wertschätzung“, so Zerzer. Jedem werde mitgeteilt, wie sein Geld ausgegeben wurde und wird.

lu

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