Am Anfang stand die Beobachtung des Restaurant-Besitzers, dass seit Wochen viele Stornos von Bestellungen zu verzeichnen waren und der Verdacht, dass in der Kasse Geld fehlt.<BR /><BR />Dieser wandte sich mit seinem Verdacht an den Meraner Rechtsanwalt Martin Ganner. Um die knifflige Angelegenheit zu beschleunigen – der Klient habe auch die Kosten nicht gescheut –, wandte sich das Anwaltsbüro Ganner an das private Ermittlungsbüro von Enrico Maggi.<BR /><BR />Nicht von ungefähr: Denn Maggi, ein gebürtiger Römer, der in Meran lebt, hat ein großes Sicherheitsunternehmen, das gesamtstaatlich mit großen Betrieben und den öffentlichen Behörden zusammenarbeitet, und ist ein Datenschutz-Experte. Zudem arbeitete er bis 2009 in den Reihen der Carabinieri.<BR /><BR />„Nach einem Lokalaugenschein im Restaurant haben wir das Lokal mit Überwachungskameras ausgestattet. Und innerhalb von zwei Wochen konnten wir den Sachverhalt mit den fehlenden Geldbeträgen in der Kasse klären“, sagt Enrico Maggi. <BR /><BR />Demnach habe der Kellner die Bestellungen über das Handheld-Gerät – über einen sogenannten „Orderman“ – direkt am Tisch aufgenommen, dann aber in einem zweiten Moment die Bestellung mittels eigenem Kodex wieder storniert. Die Restaurant-Kunden haben aber trotzdem bezahlt und dieses Geld habe der Kellner dann aus der Kasse genommen. So sollen pro Tag bis zu 500, 600 Euro zusammengekommen sein.<BR /><BR />„Weiters haben wir psychologische Profile der Angestellten erstellt und auch deren Lebensstandard genauer angeschaut“, sagt Enrico Maggi. Dabei sei diese eine Person erneut aufgefallen, die einen recht hohen Lebensstandard aufgewiesen habe. <BR /><BR />Im Lokal fehlte aber nicht nur Geld, sondern es fehlten auch teure Weinflaschen. „Wir haben den Verdächtigen auch beschattet, als er mit einer Kiste Champagner das Lokal verlassen und diese in seinem Auto verstaut hat“, erzählt Privatermittler Enrico Maggi.<BR /><BR />Und hier kommen die Sicherheitsbehörden ins Spiel. Carabinieri aus dem Vinschgau hätten den Mann bei einer Verkehrskontrolle angehalten. Dabei seien sie auf den Champagner gestoßen. „Bei einer Durchsuchung wurden im Keller hochpreisige Weine gefunden, die einen Wiederverkaufswert von mehreren Zehntausend Euro haben“, so Maggi. <BR /><BR />Der Mann sei wegen erschwerten Diebstahls angezeigt und der Wein beschlagnahmt worden.