Sonntag, 06. Oktober 2019

Strafe für sexistische Sprüche: Ladurners Fall erregt international Aufmerksamkeit

Unter dem Motto „Wir müssen uns nicht alles gefallen lassen“ erstattete die Landtagsabgeordnete Jasmin Ladurner im Juli Anzeige gegen sexistische Beleidigungen im Netz. Wie berichtet, hat sich Urheber „Paulus“ aus dem Eisacktal bei ihr entschuldigt und zu einem Monat Arbeitseinsatz am Bauernhof verpflichtet. Der Fall stieß nun auch im restlichen Italien, in Österreich und Deutschland auf reges Interesse.

Jasmin Ladurner ließ sich die sexistischen Sprüche nicht gefallen. Jetzt wird der Täter bestraft.
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Jasmin Ladurner ließ sich die sexistischen Sprüche nicht gefallen. Jetzt wird der Täter bestraft. - Foto: © oliver oppitz photography

Nachdem das Tagblatt Dolomiten und STOL bereits über Ladurners „Erfolg“ in Bezug auf die Hass-Postings berichtet haben, ist der Fall nun auch Thema in nationalen und internationalen Medien.

Den Bericht der „Dolomiten“ postete Ladurner kürzlich mit folgenden Worten auf Facebook.

Sexismus & #hatespeech im Internet? Es gibt für alles eine Grenze. Findet auch der EuGh...
Freie Meinungsäußerung und Kritik immer gerne, aber bitte mit einem Mindestmaß an #Respekt.


Sexismus & #hatespeech im Internet? Es gibt für alles eine Grenze. Findet auch der EuGh...Freie Meinungsäußerung und Kritik immer gerne, aber bitte mit einem Mindestmaß an #Respekt.✌🏼Heute in der Dolomiten.

Pubblicato da Jasmin Ladurner su Venerdì 4 ottobre 2019


In der Sonntagsausgabe der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“ ist nun auch ein Interview mit der 25-jährigen Südtiroler Politikerin zu diesen Hasspostings erschienen. „Eine vulgäre Äußerung, ungehörig, sexistischer Natur, die auf mein Geschlecht, auf meinen Körper zielte“, sagte Jasmin Ladurner der Zeitung zu den sexistischen Kommentaren, die der 50-Jährige Mann im Sommer auf ihrem Facebook-Profil hinterließ.

Auch die deutsche und österreichischen Presseagenturen dpa und apa gehen auf den Fall ein und berichten wie folgt:

Wegen einer sexistischen Beleidigung der Südtiroler Landtagsabgeordneten Jasmin Ladurner muss ein 50-jähriger Mann einen Monat auf einem Bergbauernhof arbeiten.

Sie zeigte den anonymen Kommentator an, die Carabinieri ermittelten dessen Identität. Er habe nur „geistreich, ironisch, witzig“ sein wollen, habe sich der Mann entschuldigt. Er muss nun einen Monat gemeinnützige Arbeiten auf einem Bergbauernhof verrichten. Welche das sein werden, entscheidet der Bauer.

„Ich habe verlangt, dass dieser Mann in sich geht, um auch ein Signal nach außen zu geben, an die Frauen, die solche Art von Beleidigung erfahren. Es ist Zeit, Basta zu sagen und nicht mehr passiv zu leiden“, sagte Ladurner.

Sie war 2018 als jüngste Abgeordnete aller Zeiten in den Südtiroler Landtag eingezogen. Die SVP ist seit ihrer Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg stärkste politische Kraft in der überwiegend deutschsprachigen autonomen Provinz. Ladurner hatte laut ihrem Lebenslauf nach Studium in Innsbruck und Berlin auch ein Jahr als politische Referentin für den damaligen bayerischen Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) gearbeitet.

Mehrere deutsche Medien berichteten am Sonntag über die SVP-Politikerin und die ungewöhnliche Strafe für den Täter.





vs