<b>Von Micaela Taroni<BR /></b><BR />Damit bleibt die Rechtslage bei einem Großteil der Tempo-Kontrollen unsicher - ein Problem, das sich bereits seit Monaten für Diskussionen sorgt und nach Einschätzung von Verbraucherschützern zu einer Vielzahl an Anfechtungen führen könnte.<BR /><BR />Nach aktuellen Daten der Verbraucherorganisation Codacons sind die Einnahmen aus Blitzer-Strafen in den größten italienischen Städten im Jahr 2025 insgesamt um 8,9 Prozent gesunken. In den 20 größten Städten - mit Ausnahme von Neapel, das seine Daten noch nicht übermittelt hat - wurden insgesamt 56,5 Millionen Euro eingenommen, rund 5,5 Millionen weniger als im Vorjahr.<h3> Bozen: Einbrüche um 84,2 Prozent </h3>An der Spitze der Statistik steht Florenz mit 19,7 Millionen Euro, gefolgt von Bologna (9,2 Millionen) und Mailand (6,9 Millionen). Rom verzeichnete einen deutlichen Rückgang auf 2,3 Millionen Euro, ein Minus von mehr als 50 Prozent. Besonders starke Einbrüche gab es in Triest, Bari und vor allem in Bozen: Die Hauptstadt Südtirols verbuchte laut Codacons einen Rückgang der Einnahmen um 84,2 Prozent und zählt damit zu den Städten mit dem stärksten Einbruch im ganzen Land.<BR /><BR />Gleichzeitig zeigen andere Städte und Gemeinden starke Zuwächse. <BR />Ancona verdoppelte seine Einnahmen nahezu, auch Genua und Cagliari verzeichneten deutliche Anstiege. Auffällig bleibt zudem die hohe Bedeutung kleiner Gemeinden entlang stark befahrener Verkehrsachsen, insbesondere im Süden des Landes.<h3> Der Fall Colle Santa Lucia</h3>Besonders kontrovers ist der Fall der Gemeinde Colle Santa Lucia in der Dolomiten-Provinz Belluno. Der kleine Ort mit nur gut 300 Einwohnern nahm durch einen einzigen stationären Blitzer zwischen 2021 und 2025 insgesamt über zwei Millionen Euro ein - im Schnitt fast 6.000 Euro pro Einwohner.<BR /><BR />Hintergrund der aktuellen Unsicherheit ist ein Urteil des italienischen Kassationsgerichtshofs aus dem Jahr 2024. Demnach sind Bußgelder aus nicht homologierten Geräten anfechtbar. Nach Schätzungen könnten damit rund 70 Prozent der derzeit eingesetzten Blitzer betroffen sein. Ein neues Dekret des Verkehrsministeriums sieht vor, dass Geräte nach 2017 automatisch als genehmigt gelten sollen, während ältere Anlagen technischen Prüfungen unterzogen werden müssen. Ob diese Regelung das wachsende juristische Durcheinander tatsächlich beendet, ist jedoch unklar.<BR /><BR />Verbraucherschützer warnen bereits vor einer neuen Klagewelle, sollte die endgültige Regelung nicht bald in Kraft treten. Bis dahin bleibt die Lage für Kommunen und Autofahrer gleichermaßen unsicher - besonders in Regionen mit starkem Transitverkehr wie Südtirol.