Montag, 18. November 2019

Straßen, Bahnlinien und Alarmstufe: Die aktuelle Lage

Update am Montag Mittag: Während die Pustertaler Bahnlinie weiterhin unterbrochen ist, konnten der Bahnbetrieb am Brenner und im Vinschgau wieder aufgenommen werden.

Nach der Lawine im Martelltal am Sonntagmorgen, die das Dorfzentrum von Martell erreicht hat, laufen die Aufräumarbeiten.
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Nach der Lawine im Martelltal am Sonntagmorgen, die das Dorfzentrum von Martell erreicht hat, laufen die Aufräumarbeiten. - Foto: © e.t.media

Nachdem die erneuten Niederschläge am Sonntag zahllose Rettungskräfte in Südtirol auf Trab gehalten haben, ist die Lage auch am Montag weiterhin angespannt.

Pausenlos klingelt in der Landesnotrufzentrale das Telefon: „Dabei geht es heute vermehrt um langfristige Nachwirkungen der Unwetter. So müssen wir beispielsweise Personen, die eigentlich schon seit Tagen zur Dialyse (Blutreinigung) ins Krankenhaus müssten, aber das Tal nicht verlassen konnten, nun mit Hubschraubern holen“, heißt es aus der Zentrale.



Der Zivilschutzstatus Bravo (Voralarm) bleibt angesichts des mäßigen hydrogeologischen Gefahrenpotentials auch am Montag bestehen, wurde im Landeswarnzentrum festgelegt.

„Die Lage“, betont Bevölkerungsschutzlandesrat Arnold Schuler, „bleibt nach wie vor angespannt, deshalb rufe ich die Bevölkerung dazu auf, sich auch weiterhin möglichst nicht im freien Gelände aufzuhalten“.

Wetterlage: Ab Mittwoch nehmen Niederschläge ab

Am Montagabend breiten sich von Süden her neue Niederschläge auf das ganze Land aus, berichtete Meteorologe Philipp Tartarotti vom Landeswetterdienst.

Die Schneefallgrenze liegt dann zwischen 500 und 1000 Metern. Die Temperaturen steigen auf 2 Grad bis 8 Grad. Im ganzen Land sind in den nächsten 24 Stunden nur noch bis 10 Millimeter Niederschläge zu erwarten und im Bereich Ulten und Dolomiten bis zu 20 Millimeter, aber auch im Osten sind größere Spitzenwerte möglich.

Ab Mittwoch sind keine nennenswerten Niederschläge bis zum Wochenende vorhergesehen. Allzu starke Sturmböen sind ab dem heutigen Montag unter 1400 Metern Meereshöhe nicht mehr zu erwarten.

Hohe Lawinentätigkeit und starker Wind

Am Sonntag, berichtete Fabio Gheser vom Lawinenwarndienst, wurde eine hohe Lawinentätigkeit verzeichnet. Der Wind bleibt stark.

Die Bewertung bleibt unverändert auf Stufe 4 für den hochalpinen Bereich. Die Lawinensituation bleibt angespannt.

Pegelstände der Flüsse nicht problematisch


Die Pegel der Hauptfließgewässer sind derzeit nicht problematisch, berichtete Roberto Dinale vom Bereich Hydrographie im Hydrographischen Amt. Höhere Wasserstände sind in der östlichen Landeshälfte zu verzeichnen. Der Wasserstand in den Entwässerungsgräben in den Tallagen ist sehr hoch.

Umstürzende Bäume

Forsträtin Angelika Aichner von der Landesabteilung Forstwirtschaft berichtete von umgestürzten Bäumen; diese stellen in allen Landesteilen ein großes Problem dar, im Raum Meran hat sich die Lage beruhigt.

Die Landesgeologen berichteten von Rutschungen im Pustertal, Gadertal, Eisacktal, Unterland. Das Gefahrenpotential aufgrund der durchnässten Hänge bleibt bestehen.

Im Vinschgau besteht Steinschlaggefahr.

Aus der Verkehrsmeldezentrale

Die Pustertaler Staatsstraße ist zwischen Kiens und St. Lorenzen einspurig befahrbar. Die Gadertaler Straße bleibt gesperrt. Das Schnalstal ist bis Unser Frau befahrbar, danach gesperrt.

Vinschger Bahnlinie wieder offen

Während die Bahnlinie ins Pustertal nach einer Zugentgleisung am Montagmorgen weiterhin gesperrt bleibt, konnten die Bahnlinien im Vinschgau und am Brenner wieder geöffnet werden.

Um 6 Uhr am Montag waren 2300 Haushalte ohne Strom, aktuelle Zahlen liegen derzeit nicht vor.

Lokalaugenschein im Martelltal

Nach dem Lawinenabgang im Martelltal ist die Wildbachverbauung bereits mit den Aufräumarbeiten beschäftigt.

Eine der Lawinen hatte das Dorfzentrum von Martell erreicht.

liz/lpa