Feuerwehrleute kamen zum Einsatz, um eingeklemmte Personen zu befreien. Aus noch ungeklärter Ursache prallte die vollbesetzte Straßenbahn der Linie 9 gegen 16.00 Uhr an einer Kreuzung gegen ein Gebäude. Nach Angaben von Augenzeugen hätte die Tram eigentlich geradeaus fahren sollen, bog jedoch bei hoher Geschwindigkeit ab und entgleiste.<BR /><BR /> Die Fahrerkabine wurde schwer beschädigt. Bei einem der Toten handelt es sich um einen 60-jährigen Mailänder. Es soll sich um einen Fußgänger handeln, der vermutlich von der Straßenbahn erfasst wurde, als diese in geringer Entfernung von der Ampel und dem Zebrastreifen entgleiste. Über das zweite Opfer gab es vorerst keine Informationen. <h3> „Es war schrecklich“</h3> Zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz - Krankenwagen, Feuerwehr und Stadtpolizei. Auch der Mailänder Bürgermeister Giuseppe Sala kam zum Unglücksort. Zur Identität des Todesopfers und der Verletzten machten die Behörden zunächst keine genaueren Angaben. Einer der Passagiere schilderte den Hergang so: „Ich dachte, das sei ein Erdbeben. Ich landete zusammen mit den anderen Passagieren auf dem Boden. Es war schrecklich.“<BR /><BR /> „Wir haben etwas unter uns gespürt, dann ist die Straßenbahn entgleist und wir wurden alle durcheinandergeworfen“, sagte eine Frau, die sich in der Tram befand, wie Medien berichteten. „Die Straßenbahn bog ab, nahm an Geschwindigkeit zu und prallte gegen ein Gebäude. Ich war an der letzten Haltestelle eingestiegen und stand in der Nähe des Fahrers. Alle fielen auf mich“, berichtete ein weiterer Fahrgast.<BR /><BR /> Bei dem Unglücksfahrzeug handelt es sich um das neue Modell Tramlink, das erst seit wenigen Wochen in Mailand im Einsatz ist. Es ist mit zwei Fahrerkabinen bestückt - jeweils eine an jedem Ende -, sodass bei Bedarf die Fahrtrichtung gewechselt werden kann. Die Bahn ist 25 Meter lang, besteht aus drei miteinander verbundenen Modulen und verfügt über 66 Sitzplätze. <h3> Untersuchungen wegen fahrlässiger Tötung</h3> Die Mailänder Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung wegen fahrlässiger Tötung ein. Der Tramfahrer und Zeugen sollen befragt werden. ATM, das Unternehmen, das den öffentlichen Nahverkehr in Mailand betreibt, kondolierte der Familie des Opfers. „In diesem Moment unermesslichen Schmerzes gilt der Gedanke des Unternehmens in erster Linie der Familie der Person, die ihr Leben verloren hat, sowie allen Verletzten. Ihnen sprechen wir unsere aufrichtige Anteilnahme aus“, hieß es.<BR /><BR />ATM teilte außerdem mit, bereits „an der Aufklärung zu arbeiten und den Justizbehörden zur Verfügung zu stehen, um die Ursache und den genauen Hergang des Unfalls festzustellen“. Verkehrsminister Matteo Salvini erklärte sich „tief betroffen über das, was in meiner Heimatstadt Mailand geschehen ist“. „Ein Dank an die Rettungskräfte - in der Gewissheit, dass die Ursachen des Unfalls aufgeklärt werden“, so Salvini in seinen Sozialnetzwerken.<BR /><BR />In Mailand fanden bis zum vergangenen Sonntag zwei Wochen lang die Olympischen Winterspiele statt. Von den ausländischen Besuchern nutzten auch viele die Straßenbahnen. Am kommenden Freitag beginnen die Paralympischen Spiele, die bis zum 15. März dauern werden.