Freitag, 27. November 2015

Streik oder nicht Streik? Das ist jetzt die Frage!

Für Montag, 30. November, ist ein 24-stündiger Streik des SAD-Personals angesetzt worden. Die Gewerkschaft ASGB zieht ihre Beteiligung jetzt aber zurück, um die angesetzten Verhandlungen mit der SAD-Führung nicht zu gefährden. Was heißt das jetzt für die Pendler und Reisenden?

Wird am Montag bei der SAD gestreikt oder nicht?
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Wird am Montag bei der SAD gestreikt oder nicht? - Foto: © LPA

"Wir müssen zum äußersten Mittel greifen." Das hat Richard Goller, Fachsekretär Gewerkschaft für Transport und Verkehr im ASGB, noch gesagt, als es um den 24-Stunden-Streik am 13. November ging.

Auch die SAD-Führung zeigte sich im Anschluss daran unnachgiebig und Haupteigentümer Ingomar Gatterer warf den Gewerkschaften gar vor, dass deren überzogene Forderungen den ganzen Nahverkehr ineffizient machen würden (STOL hat berichtet).

Die Antwort der Gewerkschaften: eine Streikankündigung für Montag, 30. November.

Mussner ausschlaggebend - ASGB rudert zurück

Am Donnerstag stand nun ein Treffen der Transportgewerkschaften mit den Betriebsräten sowie mit den Vertretern der SAD AG an - unter der Regie von Landesrat Florian Mussner. Und genau an Letzterem scheint es nun zu liegen, wie es im Streit zwischen den Parteien weitergeht. 

"Es stimmt, wir haben noch keine fixen Zusagen von der SAD, aber in Mussner haben wir einen Garant, dass wir endlich fixte Termine haben, an denen wir uns gemeinsam an den Tisch setzen", erklärt Goller - und begründet somit den Schritt der ASGB, sich am Montag nicht am angesetzten Streik zu beteiligen. 

In Form eines Protokolls soll es immerhin klare Zusagen zur Behebung der seit Langem schwelenden Problematiken bei der SAD AG geben. "Daher ist es verständlich, dass wir uns zurückziehen, um auch das Ergebnis der Verhandlungen nicht zu gefährden", so Goller. 

Wird dennoch gestreikt? 

Ob der für Montag angesetzte Streik damit in Luft auflöst? "Das wird sich bis am Samstag um 24 Uhr entscheiden. Denn bis dahin müssen sich die anderern Gewerkschaften ORSA und UGL entscheiden, ob sie den Streik absagen oder daran festhalten", erklärt Goller. Er mutmaßt, dass es dennoch zur 24-stündigen Arbeitsniederlegung kommen wird, "aber die Beteiligung wird um vieles geringer ausfallen."

Die Reaktionen auf die Streikbeilegung des ASGB seien positiv ausgefallen, sagt Goller. "Die Leute sind erleichtert, dass sich was tut. Ob sie am Montag dann zur Arbeit gehen oder nicht, wird sich aber erst dann zeigen". Der Unmut unter den Beschäftigten war letzthin nämlich groß, was sich auch in der hohen Streikbeteiligung bisher niedergeschlagen habe.

Von Seiten des ASGB jedenfalls wird jetzt erst einmal verhandelt. 

Fünf Treffen anberaumt

Bereits am 1. Dezember 2015 steht dann der erste Termin zwischen SAD und Gewerkschaften an. In der Folge treffen sich die Verhandlungspartner noch einmal im Dezember sowie weitere dreimal im Januar 2016.

"Um möglichst bald zu einem Ergebnis im Sinne der SAD-Bediensteten zu kommen", hofft der Fachgewerkschafter. Man wolle keinen Weltsprung machen, denn niemand wolle der Firma schaden oder sie vernichten.

"Wir möchten nur, dass sich die Situation ökonomisch bessert", hofft Goller auf die Bescherung am besten schon zu Weihnachten. 

stol/ker

stol