Freitag, 08. November 2019

Streik und Demo in Italien gegen Rückzugspläne von ArcelorMittal

Die 8200 Arbeitnehmer des von Schließung bedrohten italienischen Stahlwerks Ilva in Tarent sind am Freitag in einen 24-stündigen Streik getreten.

Zahlreiche Betroffene haben am Freitag vor dem Stahlwerk gestreikt.
Zahlreiche Betroffene haben am Freitag vor dem Stahlwerk gestreikt. - Foto: © ANSA / INGENITO

Sie wollten damit gegen mögliche Massenkündigungen protestieren, die nach dem Rückzug des Stahlgiganten ArcelorMittal drohen. Vor dem Eingang des Stahlwerks in Tarent versammelten sich Hunderte Arbeiter, die für den Erhalt ihrer Jobs demonstrierten.

Solidaritätskundgebungen erhielten die streikenden Arbeitnehmer von Premier Giuseppe Conte, der am Freitag nach Tarent reiste. „Wir werden uns mit allen Kräften für den Erhalt der Arbeitsplätze, sowie zur Umsetzung eines Entwicklungsplans einsetzen“, twitterte Conte.

Sollte sich ArcelorMittal zurückziehen, würde die Regierung dem Industrieministerium in Rom die Verwaltung des Stahlwerks Ilva anvertrauen, die italienweit 10.000 Personen beschäftigt.

Der weltgrößte Stahlkonzern hatte am Montag mitgeteilt, die vor einem Jahr besiegelte Übernahme des Werks rückgängig zu machen.

Als Grund nannte er jüngste Änderungen in der italienischen Gesetzgebung, mit denen eine Immunität für eventuelle Verstöße gegen Umweltbestimmungen aufgehoben würde. ArcelorMittal sieht sich nun berechtigt, von einer Ausstiegsklausel im Vertrag Gebrauch zu machen.

ArcelorMittal forderte die Streichung von 5.000 der 10.000 Jobs in Italien. „Die Regierung kann dies nicht akzeptieren. Der Konzern muss seinen Verpflichtungen nachkommen“, sagte Patuanelli.

Er betonte, dass sich die Regierung von ArcelorMittal nicht erpressen lassen werde.

Parlamentarier der Lega warfen der Regierung Conte Unfähigkeit im Umgang mit der Wirtschaftspolitik vor. Nicht nur die Zukunft der Ilva-Stahlwerke sei ungewiss. Auch der Verkauf der maroden Fluggesellschaft Alitalia komme nicht voran. Hinzu seien Hunderte Jobs wegen des möglichen Whirlpool-Rückzugs in Neapel gefährdet, kritisierte die Lega.

apa