„Ob man dem Land einen guten Dienst erweist, wenn man aus teils berechtigten Sorgen ständig Ängste schürt?“, stellte er die zugespitzte Frage an die rechte Opposition. Der JWA-Antrag wurde mit deutlicher Mehrheit abgelehnt.<BR /><BR />Ausgangspunkt der hitzigen Diskussionen war die aktuelle Situation in Bozen. Wie berichtet, platzt die Landeshauptstadt aus allen Nähten: Bozen beherbergt derzeit 182 Flüchtlingsfamilien. Um die Stadt zu entlasten, soll die Hälfte davon bis Mitte Juni auf 94 Südtiroler Gemeinden verteilt werden. <BR /><BR />Auch im Landtag ging es gestern heiß her, als Landeshauptmann Arno Kompatscher und Jürgen Wirth Anderlan (Liste JWA) aneinandergerieten. Die rechte Opposition zeichne ein Bild, das nicht der Realität entspreche, so der Vorwurf des Landeshauptmannes: „An allem, was in Südtirol nicht glatt läuft, ist der Ausländer schuld.“ Er leugne das Problem der Wohnungsnot nicht, doch daraus eine Frage der Remigration zu machen, sei inakzeptabel. <BR /><BR />Auch widersprach Kompatscher der Behauptung, dass Zuwanderer in Sachen Wohnbau gegenüber Einheimischen bevorzugt werden. Bei der Rangordnung für den sozialen Wohnbau zählen Faktoren wie das Einkommen, die Kinderzahl oder wie viele Personen sich eine Wohnung teilen. Für Zuwanderer sei hier eine eigene Rangordnung erstellt worden, damit sie weniger zum Zug kommen.<h3> Auch JWA in gewohnt scharfem Ton</h3> Gewisse Zahlen und Fakten der Migrationsdebatte würde das rechte Lager bewusst verschweigen, meinte der Landeshauptmann, etwa, dass von den 90.000 Ausländern in Südtirol etwa 60 Prozent aus Europa stammen und davon bundesdeutsche Bürger den zweitgrößten Anteil ausmachen würden. <BR /><BR />Auf die Vorwürfe Kompatschers replizierte Wirth Anderlan in gewohnt scharfem Ton: Die Flüchtlingspolitik der letzten Jahre sei gescheitert, Remigration die Lösung. Im Antrag forderte Wirth Anderlan u.a., dass die Entscheidung zur Aufnahme der Flüchtlinge bei den Gemeinden bleiben solle. Der Antrag wurde deutlich abgelehnt: mit 5 Ja-Stimmen (JWA & Süd-Tiroler Freiheit) und 25 Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen.