Die Basilika Santo Spirito in Florenz ist weltweit bekannt, weil sie 1481 vom großen Renaissance-Künstler Filippo Brunelleschi errichtet wurde. Der junge Michelangelo lernte in dem Kloster, das um die Basilika entstanden ist, die Leichen der im Krankenhaus Verstorbenen zu sezieren. <BR /><BR /> Das Gebäude war im Laufe der Jahre in 2 eng miteinander verbundene Teile getrennt worden: Der eine diente als Unterkunft für die Augustinermönche, der andere als Kaserne für die italienische Armee. Hier entstand die Ferrucci-Kaserne.<BR /><BR /> Um die von der Armee nicht mehr benötigten Flächen zu besetzen, hat das Verteidigungsministerium in Rom eine Ausschreibung veröffentlicht. Diese wurde von einem Unternehmen gewonnen, das sich hauptsächlich mit der Verwaltung von Seniorenresidenzen beschäftigt. Das Florentiner Unternehmen Fastpol soll die Ex-Kaserne in eine elegante Seniorenresidenz umwandeln, die Rede ist von einem Millionenprojekt.<h3> „Sind sogar bereit, das Kloster zu besetzen“</h3>Die im Kloster lebenden Mönche sind mit dieser Entscheidung nicht einverstanden und möchten, dass der Komplex der Basilika nicht aufgeteilt wird. Die Ordensleute sind jetzt entschlossen, gegen die bevorstehende Einrichtung eines möglichen Luxuspflegeheims zu protestieren. „Wir sind sogar bereit, das Kloster zu besetzen“, sagte Prior Giuseppe Pagano.<BR /><BR />Die Augustiner haben ein mit der amerikanischen Universität von Villanova in Pennsylvania entwickeltes Projekt vorgeschlagen, um die beiden historischen Teile wieder zu vereinen. Die Räumlichkeiten sollen in ein Kulturzentrum mit einer Bibliothek umfunktioniert werden, das den historisch-religiösen Wert des Ortes berücksichtigt. Auch ein Heim für ausländische Studenten könnte im Kloster entstehen. <BR /><BR />Die Augustinermönche haben inzwischen dem Verteidigungsministerium um Minister Guido Crosetto ihren Plan vorgelegt. „Unser Projekt ermöglicht es, die Rolle, die das Kloster im Laufe der Geschichte gespielt hat, unverändert beizubehalten und ein universelles Erbe von unschätzbarem Wert wieder nutzbar zu machen“, fügt Pagano hinzu. Er ruft die Bevölkerung in Florenz auf, sich zu mobilisieren, um sein Projekt zu unterstützen.