Mittwoch, 29. April 2015

Streit ums Trinkwasser in Nepal – Noch Überlebende gefunden

Nach Tagen des Schocks muss das Leben in Nepal weitergehen. Doch überall herrscht Mangel – und der Verteilungskampf beginnt. Manche Nepalesen schließen sich internationalen Hilfs-Teams an.

Unter strömendem Regen werden in Kathmandu Essensrationen werden.
Unter strömendem Regen werden in Kathmandu Essensrationen werden. - Foto: © LaPresse

Wegen der schlechten Versorgungslage nach dem Erdbeben in Nepal drohen Verteilungskämpfe unter den Überlebenden. Es gebe bereits vereinzelte Streitereien um Trinkwasser, berichtete das UN-Büro für Katastrophenhilfe (Ocha) in der Nacht zum Mittwoch. „Ungleiche Verteilung erhöht das Risiko von Auseinandersetzungen unter den Betroffenen.“

Bei den Beben der Stärke 7,8 waren am Samstag mindestens 4700 Menschen ums Leben gekommen. Helfer fürchten, dass die Zahl deutlich steigt, wenn weitere abgelegene Regionen erreicht werden.

Nach 82 Stunden lebend geborgen

Unterdessen fanden Helfer auch noch Überlebende: Nach fast 82 Stunden unter den Trümmern sei ein Mann in Kathmandus Stadtteil Gongabu gerettet worden, berichtete die Zeitung „Nepali Times“ online. Die nepalesische Polizei und ein französisches Team hätten zehn Stunden gegraben, um ihn zu befreien.

Ein zweiter Mann dort habe es nicht geschafft. „Wir hatten gehofft, er kommt lebend raus, weil er noch mit uns gesprochen und uns seinen Namen gesagt hat“, sagte Kipendra Thapa der Zeitung. Nach UN-Angaben wurden allein am Dienstag 14 Menschen aus dem Schutt geholt.

Flughafen wegen Rissen in der Landebahn vorübergehend gesperrt

Der ohnehin überlastete Flughafen von Kathmandu musste am Mittwoch vorübergehend wegen Rissen in der Landebahn gesperrt werden, wie lokale Journalisten berichteten. Die Risse seien aber schnell repariert worden. Zahlreiche Flüge mit Helfern und Hilfsmaterial mussten in den vergangenen Tagen wegen Überlastung des Flughafens unverrichteter Dinge wieder umkehren.

Mittlerweile sind Hilfsteams aus mehr als 15 Nationen in Nepal – koordiniert von den Vereinten Nationen und der nepalesischen Regierung. Am meisten würden derzeit Suchtrupps gebraucht, aber auch Zelte für Krankenhäuser, Leichensäcke und Generatoren, schreibt Ocha.

Das Beben hatte große Teile Nepals sowie die angrenzenden Länder Indien und das chinesische Tibet getroffen. Betroffen sind nach UN-Angaben acht Millionen Menschen. In den Gebieten rund um das Epizentrum sind bis zu 90 Prozent der Gesundheitsversorgung nicht funktionsfähig.

dpa

stol