Mit 1. April läuft in Italien der so genannte „Geschützte Markt“ für Stromkunden aus. Das weckt bei vielen die Sorge, dass die Stromrechnung danach noch saftiger ausfällt. Ist es also höchste Zeit, jetzt Vertrag oder gleich Anbieter zu wechseln? <BR /><BR /><b>Die Kundenzentralen von Stromanbietern werden seit Tagen gestürmt, weil viele schnell noch Vertrag wechseln wollen, um nicht deutlich teureren Strom einkaufen zu müssen. Was empfehlen Sie?</b><BR />Gunde Bauhofer: Das Wichtigste: Nicht in Panik geraten! Denn die Stromlieferung wird ganz sicher nicht unterbrochen und es läuft auch kein Vertrag aus. Zuerst ist ein Blick auf die Stromrechnung wichtig: Dort steht, ob ich die Energie auf dem „Geschützten Markt“ beziehe oder auf dem „Freien Markt“. Wer bereits auf dem „Freien Markt“, muss gar nichts tun. <BR /><BR /><b>Und wer auf dem „Geschützten Markt“ ist, sollte schnell wechseln?</b><BR />Bauhofer: Nein! 3 Personengruppen bleiben weiterhin auf dem „Geschützten Markt“, sie müssen also nichts tun. Dazu gehören 1. alle Menschen, die das 76. Lebensjahr vollendet haben; dann sind es 2. Personen mit einem niedrigen Einkommen, die einen Sozial-Bonus für Energie beziehen und 3. Menschen, die Begünstigungen nach dem Gesetz 104/92 beziehen – also Zivilinvaliden. Diese Personengruppen müssten eine schriftliche Mitteilung erhalten haben, dass sie auf dem „Geschützten Markt“ bleiben.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="952807_image" /></div> <BR /><BR /><b>Wer aber nicht zu dieser Gruppe gehört und auf dem „Geschützten Markt“ einkauft: Ist es höchste Zeit für den Wechsel auf den „Freien Markt“?</b><BR />Bauhofer: Nein, wie gesagt: Bitte keine Panik! Wer derzeit auf dem „Geschützten Markt“ ist, könnte einen Wechsel auf den „Freien Markt“ ins Auge fassen. Nach unseren Erfahrungen ist der Strom dort etwas billiger; die Preisvergleiche zeigen, dass dabei lokale Anbieter günstiger sind als nationale Stromlieferanten. Wer wechseln will, sollte sich die Angebote in Ruhe anschauen, denn wie gesagt: Niemand wird im Dunkeln sitzen, denn die Lieferungen gehen ohne Unterbrechung weiter. <BR /><BR /><b>Und was passiert, wenn ein Kunde auf dem „Geschützten Markt“ nichts tut und dieser im April 2024 ausläuft?</b><BR />Bauhofer: Über eine Ausschreibung wird ermittelt, wer diesen Kundinnen und Kunden künftig den Strom liefert. Wir gehen davon aus, dass das günstigste Angebot den Zuschlag erhält. Daher ist nicht zu befürchten, dass es enorme Preissteigerungen gibt. Allerdings könnte es passieren, das wir hier in Südtirol bei einem Lieferanten aus Mailand landen, der Rechnungen und Kundenkontakt nur in italienischer Sprache anbietet. Das könnte durchaus ein Problem sein. Wer mit diesem Anbieter nicht zufrieden ist, kann aber auch im kommenden Jahr immer noch in Ruhe wechseln. Und wie wir immer betonen: Zuerst in Ruhe die Preise vergleichen, das zahlt sich immer aus. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />