“Auf den ersten Blick scheint Südtirol aufgrund der Berge und der geografischen Lage ein ungünstiges Gebiet zum Produzieren von Photovoltaikstrom zu sein. Die Studie unserer Wissenschaftler hat nun das Gegenteil bewiesen: In einigen Teilen unseres Landes kann die Sonneneinstrahlung mit den sonnenreichsten Gebieten Europas mithalten. Deshalb ist es wichtig, die Ausschöpfung dieses Potentials zu erforschen“, betonte Eurac-Präsident Werner Stuflesser.Aktuell sind in Südtirol 230 Megawatt Leistung installiert, Ziel des "Klimaplans Energie Südtirol 2050" sind 600 Megawatt.Erreicht und sogar übertroffen werden kann dieses Ziel laut Forschern, indem neben einem Ausbau der Anlagen auf Wohnhäusern auch Oberflächen von Industriegebäuden und großflächigen Infrastrukturen wie etwa der Bahn genutzt werden.Mit Photovoltaikanlagen auf den Bahnhöfen in Südtirol würde die installierte Megawatt-Leistung jene von Meran übertreffen.Aber auch Anlagen auf unkonventionellen Flächen können laut Studie dazu beitragen, mehr Solarstrom zu produzieren.„Laut unserer Schätzung könnte man auf nur einem Prozent der Fläche des Reschensees mit schwimmenden Photovoltaik-Inseln genügend Energie für 2000 Familien produzieren. Diese neue Technologie ist noch sehr kostspielig und man müsste prüfen wie umweltverträglich sie ist. Dennoch machen die Zahlen deutlich, dass es eine Lösung ist, die in Betracht gezogen werden sollte”, so Eurac-Forscher David Moser, der das Projekt koordiniert hat. Fassaden großer Bürogebäude nutzenDes Weiteren ist laut Eurac-Studie in der Energieentwicklung und -nutzung entscheidend, dass die Energie genau dort und dann produziert wird, wo und wann sie benötigt wird.So könne man die Fassaden großer Bürogebäude nutzen, um während der Bürozeiten jenen Strom zu produzieren, der in den Büros etwa für Computer und zur Klimatisierung der Räumlichkeiten gebraucht wird.Im Rahmen der Pressekonferenz haben die Forscher zudem eine detaillierte Karte mit der Sonneneinstrahlung in Südtirol vorgestellt, die im Interreg-Projekt PV Alps erarbeitet wurde."Die Karte wird innerhalb weniger Tage im WebGIS der Provinz Bozen zu finden sein“, sagt David Colmano des kartografischen Dienstes der Landesabteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung.