Freitag, 28. September 2018

Strom und Gas werden teurer

Mit 1. Oktober werden sowohl Strom als auch Gas teurer - und das, obwohl es bereits vor wenigen Monaten eine Teuerung gab und eine weitere schon in Sichtweite liegt.

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Foto: © shutterstock

Am Freitag hat die Regulierungsbehörde ARERA die neuen Tarife für Strom und Gas mitgeteilt: Mit 1. Oktober wird Strom um 7,6 Prozent teurer, Gas um 6,1 Prozent.

„Summiert man diese Erhöhungen zu jenen des Trimesters Juli-September, ergibt sich eine Teuerung von mehr als 14 Prozent in wenigen Monaten – Familien und Verbraucher werden wieder einmal geschröpft“, empört sich die Verbraucherzentrale Südtirol. Und eine weitere Teuerung zeichne sich schon am Horizont ab, „da die bereits geplante Erhöhung der Systemkosten – die nur private Haushalte betrifft – auf 2019 verschoben wurde“. Dies alles vor dem Hintergrund der Spitzenpreise, die Italiens Bürger im Vergleich zu ihren Europäischen Nachbarn ohnehin schon zahlen.

Neues Vergleichsportal online

Und noch zwei weitere Neuerungen gibt es für Strom- und Gas-Abnehmer: Zum einen wurde mit dem „Dekret der 1000-Fristverlängerungen“ (im Original decreto milleproroghe) die Abschaffung des „geschützten Marktes“ um ein Jahr auf den 1. Juli 2020 verschoben.

Zum anderen ist seit wenigen Tagen das neue Vergleichsportal der Energietrafe der Aufsichtsbehörde ARERA online gestellt worden. Es ersetzt den alten Vergleichsrechner „Trovaofferte“, der bereits vor einigen Jahren aktiviert worden war. 

Die Vertagung der Abschaffung des geschützten Markts sei, so die Experten der VZS, eine (teilweise) gute Nachricht: „So haben Familien mehr Zeit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, und nachzuvollziehen, was der Wechsel von staatlich geregelten Tarifen (daher „geschützter“ Grundversorgungsdienst) zu einem gänzliche freien Markt, auf dem die Anbieter die Spielregeln bestimmen, nach sich zieht. Die Wahl eines neuen Angebots ist nicht immer leicht, jedoch werden, früher oder später, alle Familien eine Entscheidung fällen müssen.“ 

Es sei davon auszugehen, dass sich in den nächsten Jahren eine erhebliche Anzahl von Anbietern um die Kunden „reißen“ werde. Durch die Abschaffung des geschützten Marktes werde den Kunden der Referenzwert entzogen, an dem sie die Günstigkeit eines Angebots objektiv messen können. „Bis dato muss nämlich jedes Angebot in der ‚Vergleichbarkeitstabelle‘ zwingend mit den Kosten des geschützten Marktes verglichen werden, um den potentiellen Kunden die Mehrkosten oder Einsparungen je nach Verbrauch aufzuzeigen, bevor diese den Vertrag definitiv abschließen. Ohne diesen Richtwert riskiert man dass sich die Preisspirale nur mehr nach oben dreht – mit besten Grüßen an die Brieftaschen der Familien.“

stol

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