Der Ausfall begann um 11.23 Uhr, wie der Generaldirektor der Etschwerke Netz AG, Andreas Bordonetti, im Gespräch mit STOL erklärt. "Derzeit finden bei uns große Umbauarbeiten an den Hochspannungsanlagen statt", so Bordonetti. Dabei werden die alten Anlagen, die bereits seit 30-40 Jahren in Betrieb sind, ausgetauscht."Heute fanden Arbeiten an unserem größten Umspannwerk statt, das auch in Verbindung mit dem lokalen Netzbetreiber Terna steht." Ein neues Anlagenteil sollte in Betrieb genommen werden. Das auszutauschende Teil hielt jedoch der größeren Belastung aufgrund der Umstellungen nicht stand: Es kam zum Stromausfall."Plötzlich fielen im Domino-Effekt immer mehr Zonen aus", berichtet Bordonetti. Die Stromausfälle zogen sich von der Stadt Bozen nach Leifers, Oberbozen, Eppan bis nach Nals und Terlan. "Wir mussten den Defekt natürlich beheben, was etwas Zeit in Anspruch genommen hat. Wir waren jedoch personell gut aufgestellt und konnten die Umstellung auf das neue Anlagenteil bald erfolgreich durchführen."Währenddessen wurde versucht, über andere Einspeisungen die Stromversorgung wiederherzustellen: "Dazu haben wir eine Prioritätenliste abgearbeitet: Das Krankenhaus Bozen stand hier natürlich an erster Stelle."Gegen 11.40 Uhr war dann auch der letzte Kunde wieder ans Netz angeschlossen. "Die Umbauarbeiten werden noch bis in die Mitte des nächsten Jahres andauern, da noch etwa ein Drittel der alten Anlage auszutauschen ist. Eigentlich sollte dann alles reibungslos funktionieren", hofft der Generaldirektor der Etschwerke Netz AG.Über 200 Anrufe bei der LandesnotrufzentraleKein Strom: Das bedeutet auch, dass die Aufzüge nicht funktionieren. Dies war der häufigste Grund, weshalb zahlreiche Bürger in der Landesnotrufzentrale 118 um Hilfe baten. Von über 200 Notrufen ist die Rede: "Unsere Leitungen liefen heiß", erklärte ein Sprecher gegenüber STOL. Die Feuerwehren wurden zwar ausgeschickt, und auch die Berufsfeuerwehr hatte ordentlich zu tun in diesen 30 Minuten.Aber nur in wenigen Fällen kam es auch zu einem Einsatz: "Natürlich kamen die Rettungskräfte manchmal erst nach dem Strom an, und eine Hilfe war nicht mehr nötig. Aber es haben auch manche angerufen und Bescheid gegeben, dass der Strom wieder da ist."Ampeln im Stadtzentrum ausgefallenAufgrund des Stromausfalls fiel auch das Verkehrssystem in sich zusammen: Die Ampeln schalteten auf Gelb, und große Vorsicht von Seiten der Autofahrer war gefragt. Die Stadtpolizei regelte den Verkehr, zu größeren Zwischenfällen ist es nicht gekommen.stol/liz