Der Referenzpreis für Strom im geschützten Grundversorgungssystem (2.700 kWh/Jahr, 3 kW Anschlussleistung) liegt derzeit bei 0,2875 Euro/kWh inklusive Steuern. Fast die Hälfte davon – 14,25 Cent/kWh (49,6 Prozent) – entfällt auf die Energiebeschaffungskosten.<BR /><BR />Es handelt sich um einen strukturellen Anstieg, der bestätigt, was Robin seit Langem kritisiert: „Der Schutz der schutzbedürftigen Verbraucher bleibt eine Priorität, doch das Preissystem wälzt weiterhin die Last der nationalen Gasabhängigkeit und des marginalistischen Marktmechanismus auf die Haushalte ab“, so der Verein.<h3> Ein europäischer Kontext hoher Stromkosten</h3>Laut Eurostat wies Italien im ersten Halbjahr 2025 die dritthöchsten Stromkosten Europas auf, wenn man die Kaufkraft berücksichtigt: 0,344 Euro/kWh nach KKS (=Kaufkraftstandards) gegenüber 0,3916 in Tschechien und 0,3496 in Polen. Obwohl die nominal höchsten Strompreise in Deutschland (0,3835 Euro/kWh), Belgien und Dänemark verzeichnet wurden, ist die Belastung in Italien im Verhältnis zum Einkommen besonders gravierend – auch weil die Gaspreise in Europa um 8,1 Prozent gesunken sind.<BR /><BR />Das Paradoxon, so Robin, bestehe darin, dass „trotz sinkender Rohstoffpreise die italienischen Haushalte keine echten Entlastungen auf der Stromrechnung sehen“, da Steuern, Abgaben und Gebühren weiterhin hoch bleiben.<BR /><BR /><embed id="dtext86-72329877_listbox" /><BR /><BR /><embed id="dtext86-72329878_listbox" /><BR /><BR />Robin empfiehlt, mindestens einmal jährlich einen Vergleich durchzuführen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden und echte Einsparungen zu erzielen.<h3> Die fehlende Stromautonomie</h3>„Südtirol – so Walther Andreaus, Direktor von Robin – zahlt weiterhin Strompreise, als würde der Strom aus Gas produziert, obwohl die Energieerzeugung überwiegend aus Wasserkraft stammt. Es ist inakzeptabel, dass die Südtiroler Bürger, obwohl sie in einer Region mit Energieüberschuss und auf dem Papier bestehender Energieautonomie leben, zu den höchsten Strompreisen Europas belastet werden.“<BR /><BR />Andreaus betont, dass das Autonomiestatut die Möglichkeit einer eigenständigen Regelung der Energiepreise und -ressourcen vorsieht. „Es ist an der Zeit, diese Autonomie endlich umzusetzen – Südtirol muss über seine erneuerbare Energie verfügen können, um Haushalte und Unternehmen zu entlasten.“<BR /><BR />Robin verweist zudem auf Gutachten der Universitäten Innsbruck und Padua, die die rechtliche Machbarkeit einer regionalen Energiebehörde bestätigen, die den lokalen Markt nach Kriterien von Fairness und Nachhaltigkeit regulieren könnte.<BR /><BR />„Solange der Strompreis an das Gas gekoppelt bleibt – schließt Andreaus – droht die Energiewende ein bloßes Schlagwort zu bleiben. Saubere Energie muss sich in niedrigeren Stromrechnungen niederschlagen, nicht in höheren Gewinnspannen der Anbieter.“