Samstag, 19. September 2020

Studenten fordern in Bangkok Demokratie und stürmen Uni-Gelände

Zum Auftakt der vermutlich größten Protestaktion gegen die Regierung von Ex-Armeechef Prayut Chan-o-cha in Thailand haben mehrere 100 Studenten Meinungsfreiheit und Demokratie gefordert. Sie versammelten sich am Samstag in der Hauptstadt Bangkok vor dem abgesperrten Gelände der Thammasat-Universität und forderten Einlass.

„Nieder mit der Diktatur. Es lebe die Demokratie“, riefen die Protestanten.
„Nieder mit der Diktatur. Es lebe die Demokratie“, riefen die Protestanten. - Foto: © APA/afp / LILLIAN SUWANRUMPHA
„Nieder mit der Diktatur. Es lebe die Demokratie“, riefen die Studenten – und brachen schließlich gewaltsam die Tore auf, um auf das Gelände zu strömen.

Die Demonstranten wollten später zu einer Großkundgebung zum historischen Sanam-Luang-Gelände direkt gegenüber vom Königspalast ziehen. Dabei werden mehrere 10.000 Teilnehmer erwartet, was die bisher größte Demonstration gegen die Regierung Prayut wäre. Die seit mehreren Wochen demonstrierenden Aktivisten fordern unter anderem eine Beschneidung der Rolle des Königshauses, dem in Thailand formell alles untergeordnet ist.

Die teils von der Hongkonger Protestbewegung inspirierten Demonstranten wollen neben dem Rücktritt der Regierung unter anderem die Abschaffung eines umstrittenen Gesetzes zum Schutz der Monarchie. Dieses sieht drakonische Strafen für Kritik am Königshaus vor und wird nach Ansicht von Kritikern von den Behörden oft genutzt, um Regierungsgegner mundtot zu machen. Viele Demonstranten fordern zudem eine öffentliche Debatte über die Rolle der von der Armee unterstützten Monarchie.

Thailand blickt auf eine konfliktreiche jüngere Geschichte zurück: In den vergangenen 12 Jahren gab es mehr als ein Dutzend Militärputsche. Der letzte Putsch erfolgte 2014, danach herrschten jahrelang die Militärs. Aus einer von Betrugsvorwürfen überschatteten Parlamentswahl ging dann im vergangenen Jahr Ex-Armeechef Prayut als Sieger hervor. Die Mitglieder des Senats werden vom Militär ernannt und können ihnen nicht genehme Gesetze blockieren.

apa/afp