Mittwoch, 14. Juli 2021

Studie: 4 Prozent aller Krebserkrankungen mit Alkohol verbunden

Bei einer Studie des Expertenteams von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) in Lyon wurde festgestellt, dass der Konsum von Alkohol auch im Zusammenhang mit Krebserkrankungen stehen kann.

Laut einer Studie sollen 4 Prozent aller Krebserkrankungen mit Alkohol in Verbindung stehen.
Laut einer Studie sollen 4 Prozent aller Krebserkrankungen mit Alkohol in Verbindung stehen. - Foto: © shutterstock
Etwa 4 Prozent aller im vergangenen Jahr erstmals festgestellten weltweiten Krebserkrankungen könnten nach Einschätzung einer Expertenkommission mit dem Konsum von Alkohol zusammenhängen.

Das Team um Harriet Rumgay von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) präsentierte seine Studie im Journal „The Lancet Oncology“.

In absoluten Zahlen ging es um gut 741.000 Fälle, die laut Studie mit Alkoholkonsum verbunden sein könnten. In etwa 3 Viertel der Fälle seien Männer betroffen.

In Deutschland standen den Berechnungen zufolge im vergangenen Jahr etwa 21.500 erstmals diagnostizierte Krebserkrankungen im Zusammenhang mit dem Konsum von Alkohol. Das sei ebenfalls ein Anteil von 4 Prozent. Besonders hoch lag der geschätzte Anteil unter anderem in Osteuropa und Ostasien mit etwa 6 Prozent. Die geringste Rate hatten Nordafrika und Westasien.

Auch Personen mit „moderatem“ Trinkverhalten betroffen

Unter den Diagnostizierten befänden sich zwar vor allem Menschen mit hohem Alkoholkonsum. In 14 Prozent der Fälle seien es jedoch auch Personen mit „moderatem“ Trinkverhalten gewesen – das entspreche 20 Gramm Alkohol pro Tag, also etwa 2 kleinen Gläsern Wein oder einem halben Liter Bier.

Nach Angaben der Studie beschädigt Alkohol die menschliche DNA und beeinflusst den Hormonhaushalt im Körper, was zu einer Krebserkrankung beitragen kann. Besonders häufig im Zusammenhang mit Alkohol seien Speiseröhren-, Leber- und bei Frauen auch Brustkrebs.

Die Studie arbeitete mit geschätzten Werten. Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Alkoholkonsum sowie gemeldete Krebserkrankungen gingen daher nicht mit in die Ergebnisse ein.

dpa/stol

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