Donnerstag, 10. September 2020

Studie bestätigt hohe Anzahl von Corona-Toten in Italiens Altersheimen

Eine Studie der lombardischen Gesundheitsbehörden bestätigt eine hohe Anzahl von Coronavirus-Todesfällen in Seniorenheimen. Bis zum 31. Juli hätten sich 14.703 Patienten in lombardischen Altersheimen angesteckt, 3.378 seien gestorben, berichtete der Gesundheitsbeauftragte der Region Lombardei, Giulio Gallera, laut Medienangaben.

Die hohe Sterblichkeit sei auf schlechte Vorbereitung und mangelnde Unterstützung zurückzuführen, lautet der Verdacht. (Symbolbild)
Die hohe Sterblichkeit sei auf schlechte Vorbereitung und mangelnde Unterstützung zurückzuführen, lautet der Verdacht. (Symbolbild) - Foto: © shutterstock
Nach Angaben des Obersten Gesundheitsinstituts ISS hatten sich 7,4 Prozent der Personen, die zwischen Februar und Mai 2020 in lombardischen Seniorenheimen gestorben sind, mit Covid-19 infiziert. In Altersheimen in der vom Coronavirus besonders betroffenen Provinz Bergamo lag dieser Prozentsatz bei 16,5. Der Höhepunkt der Todesfälle in den italienischen Seniorenheimen wurde im Zeitraum zwischen 16. und dem 31. März gemeldet.

Schlechte Vorbereitung und mangelnde Unterstützung

Die meisten Altersheime seien auf den Umgang mit der Epidemie unvorbereitet gewesen, teilte das ISS-Institut mit. Die Staatsanwaltschaft in der Lombardei ermittelt bereits in mehreren Fällen wegen Missmanagements in derartigen Einrichtungen. Die hohe Sterblichkeit sei auf schlechte Vorbereitung und mangelnde Unterstützung zurückzuführen, lautet der Verdacht.

Der zuvor schon problematische Personalmangel, fehlende Schutzausrüstung für die Angestellten und unzureichende Koordination zwischen Krankenhäusern und Heimen hätten dazu geführt, dass die Gesundheitskrise dort besonders dramatische Auswirkungen hatte, so der Vorwurf von Familienangehörigen der in Seniorenheimen Verstorbenen. Das Krisenmanagement in vielen Heimen sei chaotisch und das Pflegepersonal zu oft auf sich allein gestellt gewesen, kritisieren Hinterbliebene.

Mit über 35.500 Todesopfern zählt Italien zu den von der Coronavirus-Epidemie am stärksten betroffenen Länder. Besonders schwer getroffen wurde die Region Lombardei. In den vergangenen Tagen ist die Zahl der Neuinfizierten in Italien wieder gestiegen. Die Regierung in Rom schloss am Mittwoch einen neuen Lockdown aus, sollte die Zahl der Neuansteckungen weiterhin steigen.

apa