Landesrat Roberto Bizzo, Gleichstellungsrätin Simone Wasserer und Regionalassessorin Martha Stocker haben die statistische Erhebung zum Jahr 2011 am Dienstag vorgestellt."Die Denkmuster", betonte Wasserer, "spiegeln sich in den Berufsbildern wieder, Frauen finden sich vor allem im pädagogischen Bereich."Dabei gewährleistet die Landesverwaltung in fast allen Bereichen einen gleichen Zugang und gleiche Möglichkeiten zur Berufsausübung, auch die Gehaltsverteilungen sind vom Prinzip her geschlechtsneutral, so die Studie. Und doch gibt es geschlechterbedingte Unterschiede. Ein Landesgesetz sieht vor, dass jährlich Daten getrennt nach Männern und Frauen erfasst und im Hinblick auf Art des Dienstverhältnisses, Funktionsebene, verschiedenen Formen der Teilzeit, Gehaltskategorien, Altersgruppen, Ausbildung, Familienstand verglichen werden. Eines der Ergebnisse: Frauen haben einen bedeutend höheren Anteil an befristeten Verträgen wie Männer. 53 Prozent der Frauen haben einen Teilzeitvertrag, bei den Männern sind es nur zwölf Prozent.Das habe auch mit den großzügigen Mutterschaftsregelungen des Landes zu tun, da ein Mutterschaftsersatz nur einen befristeten Arbeitsvertrag erhalte, so Regionalassessorin Stocker. "Die Landesverwaltung", betonte Landesrat Bizzo, "bietet zwar theoretisch viele Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In der Praxis werden diese Möglichkeiten aber häufig nicht in Anspruch genommen. Es muss ein Umdenken in den Köpfen stattfinden, denn es ist an der Zeit, dass sich auch Männer an der Pflege- und Erziehungsarbeit beteiligen."GehälterBeim Jahresgehalt wurden bei der Erhebung nur Vollzeitbeschäftigte berücksichtigt, die auch zwölf Monate im Dienst waren: Das durchschnittliche Jahresgehalt ohne Überstunden und Außendienste liegt bei Männern bei 37.399 Euro, bei Frauen mit 35.475 Euro. Dieser Unterschied, erklärte Stocker, lassen sich etwa durch das Dienstalter erklären. „Wenn etwa eine Frau aus der Privatwirtschaft zum Land wechselt, sind in der neunten Funktionsbene eklatante Unterschiede im Gehalt festzustellen. Bei den Führungskräften erreicht der Männeranteil fast drei Viertel. Dabei wäre es interessant zu analysieren, was dieser Anteil wirklich leistet.“Gleichstellungsplan soll Besserung bringenMit dem Gleichstellungsgesetz, betonten Wasserer und Stocker, wurden die Zugangsvoraussetzungen wesentlich verbessert. Aufgrund der vorliegenden statistischen Daten wird für jede Landesabteilung ein auf fünf Jahre angelegter Gleichstellungsplan ausgearbeitet und erhoben, wo Aufholbedarf besteht. So hat etwa die Rechtsabteilung eine Direktorin und viele Frauen als Mitarbeiterinnen; bei den Förstern hingegen arbeiten wenige Frauen, zum Teil sind auch Diskriminierungen zu verzeichnen. In Kindergärten und Schulen sei eine Zunahme der Zahl der Männer wichtig, hieß es auf der Pressekonferenz.MehrstufenplanDas Landesgesetz sieht vor, dass Benachteiligungen stufenweise reduziert und behoben werden; bei einem Wettbewerb muss die Prüfungskommission paritätisch besetzt werden, und bei Punktegleichheit ist das unterrepräsentierte Geschlecht vorzuziehen. "Es zählt die Qualifikation", unterstrichen Gleichstellungsrätin und Regionalassessorin. "Die Linie des politischen Handelns", unterstrich Stocker, sei, "die Voraussetzungen zu schaffen, dass Arbeiten - Familienarbeit wie Erwerbsarbeit - immer geteilt werden."