<BR />Für die Studie haben die Forschenden rund um Prof. Attilio Carraro 400 junge Südtirolerinnen und Südtiroler im Alter zwischen 18 und 34 Jahren befragt. Dabei analysierten sie deren körperliche Aktivität, Sitzverhalten, psychisches Wohlbefinden sowie die Barrieren, die einen aktiven Lebensstil beeinflussen.<BR /><BR />Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: Zwar gaben über 80 Prozent der Befragten an, mehr als die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen 150 Minuten moderater körperlicher Aktivität pro Woche zu schaffen – damit ist Südtirol italienweit im Spitzenfeld. Gleichzeitig erreicht jedoch fast jeder sechste junge Erwachsene, also 17 Prozent, nicht die empfohlenen Mindestwerte. <BR /><BR />Diese Gruppe der „Bewegungsmuffel“ (mehrheitlich über 27 Jahre alt und in Orten mit weniger als 15.000 Einwohnern wohnhaft) hat die Forschenden besonders interessiert. „Wir gehen davon aus, dass Menschen, die zwischen 18 und 34 Jahren körperlich nicht aktiv sind, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in den folgenden Jahrzehnten inaktiv bleiben“, so Prof. Attilio Carraro. In seinen Augen könne dies Auswirkungen auf Generationen haben und massive Kosten für das Gesundheitssystem verursachen. <BR /><BR />Hauptgrund für Bewegungsmangel sind laut der Studie persönliche Barrieren. Dazu gehören etwa das mangelnde Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Sport zu treiben, oder eine fehlende Körperwahrnehmung. Weit geringere Einflüsse auf körperliche Inaktivität stellen soziale Barrieren dar – etwa solche, die mit Freundeskreis oder Familie zusammenhängen – sowie umweltbezogene Barrieren, beispielsweise die vorhandenen Bewegungsräume.<h3> Täglich fünf Stunden am Sitzen</h3>Im Rahmen der Studie wurde auch das Sitzverhalten untersucht. Trotz des insgesamt hohen Aktivitätsniveaus verbringen junge Erwachsene durchschnittlich fast fünf Stunden täglich im Sitzen. Für die Forschenden verdeutlichen die Ergebnisse, dass Bewegungsförderung künftig stärker individualisiert werden muss. <BR /><BR />„Gesundheitsförderung sollte weniger auf allgemeine Informationskampagnen setzen, sondern Menschen dabei unterstützen, Motivation aufzubauen und Bewegung dauerhaft in ihren Alltag zu integrieren. Das beginnt beim Treppensteigen“, so Prof. Carraro. Er und sein Team sind überzeugt, dass eine der wichtigsten Maßnahmen darin besteht, Bewegung stärker als soziale Aktivität zu fördern. „Menschen sollten Möglichkeiten haben, gemeinsam Sport zu treiben. <BR /><BR />Auch Künstliche Intelligenz kann Menschen dabei helfen, mehr Sport zu betreiben – vor allem, indem die Person begleitet und an Bewegung erinnert. Zu diesem Ergebnis kam eine zweite Studie der Uni Bozen.