Was führt zu den Schlafproblemen in Südtirol, und warum sind italienischsprachige Bürger häufiger betroffen als deutschsprachige? Die Studie zeigt nicht nur gesundheitliche Risiken von Schlafmangel auf, sondern betont auch die Bedeutung guter Schlafhygiene und alternativer Therapieansätze.<BR /><BR /> Am 9. November wird ein Kongress in Bozen vertieft auf die Zusammenhänge zwischen Schlafstörungen und Gesundheitsfolgen eingehen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1093881_image" /></div> <h3> Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick</h3>Ein Sechstel der Südtiroler leidet unter Schlafproblemen. Die Untersuchung wurde vom Institut für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen in Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Statistik Astat von April bis Juni dieses Jahres durchgeführt. Insgesamt gaben 82 Prozent der 2090 Befragten an, ziemlich gut oder sehr gut zu schlafen. 18 Prozent bewerteten ihre Schlafqualität als schlecht.<BR /><BR /><BR />Die Schlafqualität hängt stark mit Alter, Geschlecht und chronischen Erkrankungen zusammen. Vor allem Frauen sowie ältere Menschen und Personen mit chronischen Leiden erleben häufiger Schlafprobleme. Frauen schlafen häufiger schlechter als Männer. Hormonelle Ursachen gelten als wahrscheinlich.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1093884_image" /></div> <BR /><BR />Zudem zeigen die Ergebnisse, dass italienischsprachige Bürger Südtirols tendenziell kürzer und schlechter schlafen als die deutschsprachige Bevölkerung. Dies könnte auf kulturelle Unterschiede, wie spätere Abendessenszeiten, zurückzuführen sein, heißt es von den Studienautoren.<h3> Zwischen 22 und 23 Uhr gehen die Lichter aus</h3>Die Mehrheit der Südtiroler folgt einem klassischen Schlafmuster: Rund 60 Prozent gehen zwischen 22 und 23 Uhr ins Bett und stehen zwischen 6 und 7 Uhr auf, was durchschnittlich 7 Stunden Schlaf bedeutet – ein Wert, der den Empfehlungen der Wissenschaft entspricht. Dennoch gaben 28 Prozent der Befragten an, in den 4 Wochen vor der Erhebung nur 6 Stunden oder weniger pro Nacht geschlafen zu haben.<BR /><BR /><BR />Studienleiter Dr. Dietmar Ausserhofer erklärt, dass Schlafmangel zu Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und langfristig zu ernsthaften Gesundheitsrisiken wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht und Diabetes führen kann. Etwa 13 Prozent der Befragten berichteten von Durchschlafproblemen und 9 Prozent haben Schwierigkeiten beim Einschlafen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1093887_image" /></div> <BR /><BR />Eine gute Schlafhygiene – regelmäßige Schlafzeiten, Verzicht auf Koffein und Alkohol vor dem Schlafengehen sowie eine ruhige Schlafumgebung – wird von den Experten als wichtig erachtet. Medikamente sollten nur in Ausnahmefällen und zeitlich begrenzt eingesetzt werden. Zudem wird kognitive Verhaltenstherapie (CBT-I) empfohlen, um das Bett nur zum Schlafen zu nutzen. <BR /><BR />Diese Ansätze werden beim Kongress am 9. November in Bozen weiter vertieft, der sich an Experten und Interessierte richtet und Themen wie die Auswirkungen von Schlafstörungen auf die Gesundheit und der Einfluss elektronischer Geräte auf den Schlaf von Jugendlichen behandelt.