Donnerstag, 05. Januar 2017

Sturmtief „Axel“ lässt Südtirol zittern

Während Sturmtief „Axel“ in Deutschland und Österreich für winterliche Verhältnisse sorgt, wird Südtirol von der Nordströmung nur gestreift. Heißt: Schnee gibt’s nur im Norden, der Süden begeht den 40. trockenen Tag in Folge. Nur den eisigen Wind, den gibt es überall.

Schnee am Brenner, in diesem Winter keine Selbstverständlichkeit. Dieter Peterlin, Meteorologe, sagt: "Heuer muss man über jeden Zentimeter Schnee glücklich sein."
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Schnee am Brenner, in diesem Winter keine Selbstverständlichkeit. Dieter Peterlin, Meteorologe, sagt: "Heuer muss man über jeden Zentimeter Schnee glücklich sein."

Geteiltes Land: Die Hoffnung auf Schnee durch Sturmtief „Axel“ ist dieser Tage nur im Norden begründet. Ein paar Zentimeter sind vom Vinschgau bis ins Pustertal zu drin, Schneemassen sind allerdings nicht zu erwarten. Im Süden des Landes bleibt es weiterhin staubtrocken. Wer auf Schnee im ganzen Land hofft, muss weiterhin warten: Ein Italientief, das dafür notwendig wäre, ist aktuell nicht in Sicht, weiß Dieter Peterlin.

Südtirol Online: Herr Peterlin, es schneit – endlich. Allerdings schneit es nicht viel und auch nicht überall.
Dieter Peterlin, Meteorologe beim Landeswetterdienst: Schnee gab’s nur im Norden des Landes. Im Obervinschgau, in Schnals, im Wipptal, in Ridnaun und im Pustertal wurde es in der Nacht auf Donnerstag weiß. Die größten Schneemengen liegen direkt am Alpenhauptkamm – 20 bis 30 Zentimeter. Viel ist das nicht – aber heuer muss man über jeden Zentimeter Schnee glücklich sein. Trocken blieben weiterhin das Untervinschgau, das Etschtal, das Eisacktal und Überetsch/Unterland. Der Süden Südtirols begeht heute den 40. trockenen Tag. Heißt: 40 Tage ohne jeden Niederschlag. Das ist nun kein Extremwert, aber schon überdurchschnittlich.

STOL: Mehr Niederschlag ist nicht in Sicht?
Peterlin: Am Donnerstagnachmittag ist noch mit etwas Schneefall zu rechnen. Allerdings auch nur da, wo bereits etwas Schnee liegt, also im Norden des Landes. Im Süden lockert der starke Wind die Wolken etwas auf.

STOL: Der starke Wind…
Peterlin: …betrifft heute ganz Südtirol: Im Tal weht er mit 50 bis 70 Stundenkilometern, im Gebirge kann er Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h erreichen.

„Axel“ brachte zudem einen starken Temperaturrückgang. Im Hochgebirge – wie zum Beispiel am Wilden Freiger (rund 3400 Meter hoch, in den Stubaier Alpen; Anm.d.Red.) – herrschen derzeit -25 Grad. Im Vergleich dazu: Am Mittwoch waren es noch -10, zu Beginn des Jahres gar nur -3.  

STOL: Mit dem Dreikönigstag am Freitag freuen sich viele Südtiroler auf ein verlängertes Wochenende. Spielt das Wetter mit?
Peterlin: Der Wind bleibt uns bis zum Freitag erhalten, zudem bleibt es kalt. Doch: Es wird sehr sonnig. Der Samstag bleibt weitestgehend sonnig, am Nachmittag gibt’s am Alpenhauptkamm ein paar Wolken. Der Sonntag ist geteilt: Im Süden bleibt’s recht sonnig, am Alpenhauptkamm gibt’s wieder etwas Schnee.

STOL: Schnee fürs ganze Land ist nicht in Sicht?
Peterlin: Dafür bräuchte es ein Mittelmeertief, doch das ist bis Anfang nächster Woche nicht in Sicht.

Interview: Petra Gasslitter

stol