Dienstag, 04. Februar 2020

Sturmtief Petra fegt auch über Österreich hinweg

Das Sturmtief „Petra“ ist Dienstagfrüh nicht nur über Südtirol, sondern auch über mehrere Bundesländer Österreichs hinweggefegt. In Oberösterreich und in Salzburg waren tausende Haushalte aufgrund heftiger Windböen ohne Strom. In Vorarlberg wurden Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern verzeichnet, auch Niederösterreich wurde von „Petra“ erfasst. Verletzt wurde bisher niemand.

Auch die niederösterreichische Feuerwehr steht wegen Sturmtief Petra im Einsatz.
Auch die niederösterreichische Feuerwehr steht wegen Sturmtief Petra im Einsatz. - Foto: © FOTOKERSCHI /FEUERWEHR VALENTIN/

Rund 11.000 Kunden der Netz Oberösterreich GmbH, Tochterunternehmen der Energie AG, mussten wegen des Sturms in Oberösterreich ohne Strom auskommen.

Besonders betroffen waren Haushalte und Betriebe im Bezirk Schärding, teilte Unternehmenssprecher Wolfgang Denk mit. Mit Spitzen von 110 Stundenkilometern fegte der Sturm ab 6.30 Uhr über das Bundesland. Die Feuerwehr rückte zu 476 Einsätzen aus.

Aus Deutschland war der Sturm in der Früh ins Innviertel hereingezogen und breitete sich dann auf fast alle Bezirke in Oberösterreich aus. Nur der Süden des Bundeslandes sei bis zum Vormittag weitgehend verschont geblieben, teilte das Landesfeuerwehrkommando mit. 138 Wehren mit rund 2000 Einsatzkräften wurden innerhalb von drei Stunden zu den 476 Einsätzen gerufen.

In Salzburg waren 1500 Haushalte ohne Strom, betroffen waren vor allem Flachgau und Tennengau. Die Feuerwehr rückte bis kurz vor 10.00 Uhr zu insgesamt 65 Einsätzen aus, sagte ein Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos zur APA. Die stärksten Sturmböen dürften eine Geschwindigkeit von 100 bis 110 Stundenkilometer erreicht haben, die höchste gemessene Windgeschwindigkeit in den Niederungen gab es in Mattsee (Flachgau) mit 90 Stundenkilometern, am Salzburger Flughafen waren es 85 Stundenkilometer, sagte Bernhard Niedermoser von der ZAMG Salzburg.

Die meisten Schäden verzeichnete die Feuerwehr im Flachgau, und hier vor allem im Bereich Lamprechtshausen und Seekirchen, so der Feuerwehrsprecher. Insgesamt rückten 25 verschiedene Feuerwehren zu 65 Einsätzen aus, hauptsächlich, um umgestürzte Bäume zu entfernen. Rund 335 Feuerwehrleute halfen bei den Arbeiten.

In Vorarlberg rückte die Feuerwehr zu bisher 29 Einsätzen aus, größere Schäden blieben aber aus. In den Bergen herrschte erhebliche Lawinengefahr der Stufe drei. Wetterstationen registrierten in der Nacht Windgeschwindigkeiten von rund 100 Stundenkilometern am Bodensee, knapp 95 km/h in Lustenau sowie über 80 km/h im Großraum Bregenz. Im Gebirge wurden laut „Wetterring Vorarlberg“ die 100 Stundenkilometer überschritten.

Nach ausgiebigen Niederschlägen in der Nacht - am Arlberg bis ins Kleinwalsertal gab es bis zu 50 Zentimeter Neuschnee - herrschte am Vormittag noch überwiegend erhebliche Lawinengefahr der Stufe 3 auf der fünfteiligen Skala. Mit den prognostizierten weiteren Schneefällen werde die Lawinengefahr am Nachmittag oberhalb von 1800 Metern aber Stufe 4 erreichen, so der Lawinenwarndienst.

Auch in Niederösterreich musste die Feuerwehr aufgrund von heftigen Windböen zahlreich ausrücken. Franz Resperger vom Landeskommando berichtete am Vormittag auf Anfrage von etwa 50 an der Zahl, insbesondere in den Bezirken Amstetten und Melk. Vorerst waren 52 Feuerwehren mit etwa 650 Einsatzkräften ausgerückt. Im Waldviertel nahm die Stärke des Sturms zu. Resperger sprach diesbezüglich die Bezirke Gmünd und Zwettl an.

Auch in Wien hinterließ Petra seine Spuren. Sowohl der Tiergarten Schönbrunn als auch der Schlosspark wurden in der Früh gesperrt. Zudem riegelten die Bundesgärten auch den Augarten, den Burggarten, den Volksgarten und das Grünareal im Schloss Belvedere ab, sagte ein Sprecher auf APA-Anfrage.

Die Sperre bleibe aufrecht, bis die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) Entwarnung gebe. Dann fänden Begehungen in den betroffenen Arealen statt, im Zuge derer der Baumbestand kontrolliert werde. Ist alles okay, werden die Erholungsflächen wieder zugänglich gemacht. „Wir hoffen, dass wir das in den Nachmittagsstunden hinbringen werden“, sagte der Sprecher.

apa