Dienstag, 21. August 2018

Sturzflut in Kalabrien – 3 Vermisste lebend gefunden

Bei einer Sturzflut in der Raganello-Schlucht im süditalienischen Kalabrien sind 10 Wanderer ums Leben gekommen. 3 Vermisste seien wohlbehalten aufgefunden worden, teilte der italienische Zivilschutz am Dienstag mit. Die Wanderer waren am Montag im Nationalpark Pollino in der Provinz Cosenza unterwegs, als der Wildbach Raganello plötzlich anschwoll.

Offiziell fordert das Unglück 10 Tote. - Foto: ANSA
Offiziell fordert das Unglück 10 Tote. - Foto: ANSA

„Die offizielle Zahl der Toten liegt jetzt bei zehn“, erklärte die Pressestelle des Zivilschutzes. Am Dienstagmorgen hatten die Behörde die Zahl der Toten noch mit elf angegeben. Diese Zahl habe sich aus einer Überschneidung von Informationen im Laufe der Nacht ergeben, sagte Carlo Tansi, ein Vertreter des Zivilschutzes. (Stol hat über das Unglück berichtet)

Wanderer können auch ohne Tourenführer unterwegs sein

Der Zivilschutz war am Dienstagmorgen davon ausgegangen, dass sich noch 3 bis 5 weitere Menschen in der Schlucht befinden könnten. Die 3 Männer hatten dazugezählt. Eine Sprecherin des Zivilschutzes sagte, die Suche werde trotzdem weitergehen. Denn man könne nicht ausschließen, dass Wanderer ohne offiziellen Tourenführer unterwegs gewesen seien. Nach Angaben der Präfektur von Cosenza waren zuvor bereits 23 Menschen gerettet worden.

Foto: ANSA

„Eine wahre Lawine aus Wasser“

Wie die Zeitung „Corriere della Sera“ berichtete, befanden sich unter den Geretteten 2 Kinder, von denen eines wegen Unterkühlung mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht wurde. Ein niederländischer Wanderer berichtete in italienischen Medien von „einer wahren Lawine aus Wasser“, die unerwartet über die Gruppe hereingebrochen sei. „Wir hatten keine Zeit, irgendetwas zu tun“, sagte er.

Strecke nur für geübte Wanderer

Der Überschwemmung war stundenlanger Starkregen vorausgegangen. Die Schluchten des Raganello sind wegen der vielen Herausforderungen auf der Strecke erfahrenen Wanderern vorbehalten. Die örtlichen Behörden haben den Zugang in diese Gegend streng reguliert, und einige Bereiche markiert, um Rettern dabei zu helfen, Wanderer in Not ausfindig zu machen.

Italiens Umweltminister Sergio Costa sagte bei einem Besuch vor Ort am Dienstag, sein Ministerium habe einen Bericht bei der Präfektur von Cosenza angefordert. Es müsse rasch geklärt werden, was vor dem Unglück falsch gelaufen sei.

apa/afp/dpa

stol