Donnerstag, 28. Januar 2021

Suchaktion nach vermisstem Ehepaar geht weiter – mit Dummys

Am Dienstag und Mittwoch blieb die Suche nach Spuren im mutmaßlichen Mordfall Laura Perselli und Peter Neumair entlang der Etschbrücke beim Safety Park zur Frizzi Au ergebnislos. Am Donnerstagnachmittag wurde die komplexe Suche wieder aufgenommen. Dabei kamen auch Dummys zum Einsatz.

Wieder kommen Dummys, also Übungspuppen, zum Einsatz. - Foto: © DLife
Wie berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft sowie die ermittelnden Polizeibehörden eine Suchaktion rund um jene Brücke, an der – wie berichtet – Blutspuren sichergestellt wurden, angeordnet.

Im Einsatz standen am Donnerstag die Tauchergruppen der Feuerwehren. Auch heute wurden Dummys, Übungspuppen also, ins Wasser geworfen, um das Abtriebs- und Sinkverhalten von Körpern festzustellen. Zusätzlich wurden die Puppen mit verschiedenen Gewichten beschwert, um zu sehen, bei welchem Gewicht sie untergehen.

Was Felix Reggiani von der Berufsfeuerwehr über den komplizierten Einsatz zu Wasser, die Beschaffenheit des Flusses und generell über die Bergung von Leichen sagt, sehen Sie im exklusiven s+ Video.

Bei der Suchaktion am Mittwoch wurde eine Fläche von etwa 50 Mal 10 Metern abgesucht – 3 Mal, um ganz sicher zu gehen, dass nichts ungesehen bleibt. Der gesamte Einsatz wurde mit einer Go-Pro-Unterwasserkamera aufgezeichnet.

„Unangenehmes Gefühl“


Seit die Berufsfeuerwehr keine eigene Tauchergruppe mehr hat, sind die Taucher der Freiwilligen Feuerwehren die einzige Tauchergruppe im Bezirk Bozen. Insgesamt 19 Mitglieder gehören ihnen an. „Wir haben alle die gleiche Ausbildung. Jeder ist Feuerwehrmann, hat eine Tauchausbildung wenigstens 3. Grades laut Fipsas-Regeln oder hat einen gleichgestellten Grad einer anderen Organisation, ist Flussretter und Rettungstaucher“, erklärt ein Taucher. Manche haben Zusatzspezialisierungen.

„Natürlich ist das nicht ein angenehmes Gefühl, wenn man ins Wasser geht und davon ausgehen muss, dass man sich möglicherweise gleich 2 Toten gegenüber sieht – aber das gehört eben zu unseren Aufgaben“, sagte ein Rettungstaucher nach dem Einsatz am Mittwoch auf Nachfrage.

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Wie berichtet, steht der Sohn des Ehepaars, Benno Neumair unter Mordverdacht. Indizien oder gar Beweise gibt es bislang noch keine. Und auch von den beiden Vermissten oder deren Leichen fehlt weiter jede Spur. Benno Neumair befindet sich jedenfalls weiter auf freiem Fuß. Und für ihn gilt auch weiter die Unschuldsvermutung.

Dennoch: Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Jetzt werden auch die Handydaten von Benno Neumair ausgewertet– in wenigen Tagen wird hier mit dem Ergebnis gerechnet. Die auch als Bit-Stream-Kopie bekannte, exakte Reproduktion des Inhalts des Telefons könnte von strategischer Bedeutung werden.

Hier lesen Sie, was Bennos Freundin, Onkel und Schwester zu dem Fall sagen.

uli/vs