Montag, 22. Februar 2021

Suche nach Peter Neumair läuft weiter: Spuren in der Etsch?

Stundenlanger Einsatz im eiskalten Wasser, in bis zu 3 Meter Tiefe – doch vergebens: Auch am Sonntag konnten die Taucher der Carabinieri-Spezialeinheit aus Genua den seit 4. Jänner vermissten Peter Neumair (63) nicht finden. Dafür förderten sie etliche Gegenstände zutage, die eine Spur zum Vermissten sein könnten. In den kommenden Tagen soll weitergesucht werden.

Die Suchaktion nach Peter Neumair wird auch in dieser Woche fortgesetzt.
Badge Local
Die Suchaktion nach Peter Neumair wird auch in dieser Woche fortgesetzt. - Foto: © DLife/RM
Die Suchaktion der Spezialeinheit der Carabinieri-Taucher startete dort, wo vor einigen Wochen auch die Suche örtlicher Einsatzkräfte begonnen hatte – nahe der Brücke zur Frizzi Au. Sie tauchten bis in 3 Meter Tiefe, jeder einzelne der Taucher blieb 2 Stunden lang unter Wasser.

Dabei gingen die Experten systematisch vor: Von einem Ufer zum anderen wurde ein Seil gespannt, um die Suchzone einzugrenzen. Dann wurde vom Schlauchboot aus jeweils ein Taucher ins Wasser „abgeseilt“, und tastete sich den Grund entlang. Die Taucher hingen aber nicht nur aus Sicherheitsgründen an dem Seil, dessen anderes Ende ein Kollege auf dem Schlauchboot festhielt, es wurde auch als „Kommunikationsmittel“ genutzt. Je nach Art und Weise, wie der Taucher bzw. sein Partner an dem Seil zogen, leiteten sie sich wichtige Informationen weiter.

Nachdem sie das gegenüberliegende Flussufer erreicht hatten, setzten die Carabinieri ihre Suche weiter südlich – nahe Auer – fort.

Viele Herausforderungen

Die Etsch hatte selbst für die Experten Herausforderungen zu bieten. In einigen Abschnitten, „wo das Flussbett enger wird, ist das Wasser vielleicht nicht so tief, aber die Strömung sehr stark“, stellten die Taucher fest. Hier seien sie nur langsam vorangekommen – „einen halben oder einen Meter am Stück“, berichteten die Einsatzkräfte. Positiv überrascht hat sie, dass sie unter der Wasseroberfläche rund einen halben Meter Sichtweite hatten.

Neumair weiter unauffindbar

Schlussendlich blieb die Suche aber auch am Wochenende ergebnislos. Dennoch sollen die Carabinieri mehrere Gegenstände gefunden haben – wie viele es waren, worum es sich handelte und ob die Gegenstände ermittlungsrelevant sein können, war vorerst nicht bekannt, die Funde müssen noch ausgewertet werden. Die Devise war jedenfalls: „Wir suchen alles, was nicht in den Fluss gehört.“ Und das noch eine Woche lang: Die Carabinieri aus Genua stützen sich dabei auf Hinweise der Strömungstaucher der ortskundigen Berufsfeuerwehr, um „die tiefsten Stellen zu finden“.

Bereits am Samstag hatte die Tauchergruppe aus Genua, die auf schwierige Missionen spezialisiert ist und unter anderem bei der gesunkenen Costa Concordia im Einsatz stand, mit den Vorbereitungen für die Suchaktion und ersten Tauchgängen begonnen. Videoaufnahmen vom Samstag dazu gibt es hier.

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen



Das Taucher-Team soll auf einer Strecke von 80 Kilometern die Etsch absuchen, heißt es aus den Reihen der Spezialeinheit aus Genua. 80 Kilometer, das entspricht dem Abschnitt des Flusses zwischen Bozen und dem Damm von Mori.

Während Peter Neumair seit dem 4. Jänner als vermisst gilt, wurde der Leichnam von Laura Perselli am 6. Februar im Gemeindegebiet von Neumarkt aus der Etsch gezogen. Wie berichtet, wurde der Leichnam bereits einer Obduktion unterzogen.

Der unter Mordverdacht stehende Sohn des Paares, Benno Neumair (30), sitzt seit Ende Jänner in Untersuchungshaft. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.



mic/stol