„Wir wissen sehr gut, dass wir nach fünf Jahren wahrscheinlich keinen Körper mehr finden werden. Das wissen wir rational – aber unser Herz hofft weiter. Uns würde sogar nur einer ihrer Schuhe genügen. Oder die großen blau-violetten Brillen, die sie an jenem Tag trug und die noch immer fehlen. Ein kleines Zeichen würde reichen, etwas, das uns hilft, die Frage zu beantworten, die uns jeden Tag ohne Pause begleitet: „Ist Sara dort?„“, schreiben die Angehörigen auf dem Facebook-Profil „Verità per Sara Pedri“.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1284588_image" /></div> <BR /><BR />Wie bereits bei den Suchaktionen in den vergangenen Jahren durchsuchen Feuerwehrleute den See sowohl vom Ufer aus als auch mit Schlauchbooten. Dabei nutzen sie den derzeit ungewöhnlich niedrigen Wasserstand, noch bevor in den Bergen die Schneeschmelze einsetzt.<BR /><BR />„Nach Sara zu suchen“, heißt es weiter in dem Beitrag, „bedeutet nicht nur, physisch nach ihr zu suchen. Es heißt auch, sie nicht zu vergessen und ihre Geschichte weiterzutragen. Sara hat viel bewegt – und das tut sie noch immer. Durch ihre Geschichte ist ein Thema stärker ins Bewusstsein gerückt, das viele Menschen betrifft und über das lange kaum gesprochen wurde: Mobbing. Wenn heute offener darüber gesprochen wird, dann auch dank ihr.“<BR /><BR />Das Mobiltelefon der jungen Ärztin war damals in ihrem Auto gefunden worden, das an der Grenze zwischen den Gemeinden Cis und Cles abgestellt war, in der Nähe der Brücke über den Wildbach Noce, dessen Strömung in den Santa Giustina-See mündet.<BR /><h3> Man geht von Suizid aus</h3>Nach dem Stand der Ermittlungen soll sich Pedri das Leben genommen haben, angeblich weil sie unter dem schlechten Arbeitsklima in der Gynäkologieabteilung des Santa Chiara-Krankenhauses in Trient litt.<BR /><BR /><BR />Im Jänner 2025 hatte der Ermittlungsrichter von Trient den früheren Primar der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe des Krankenhauses Santa Chiara in Trient, Saverio Tateo, sowie seine Stellvertreterin Liliana Mereu vom Vorwurf der Misshandlung von Personal freigesprochen. <BR /><BR />Wegen einer als unrechtmäßig eingestuften Entlassung muss der Gesundheitsbetrieb dem ehemaligen Primar eine Entschädigung in Höhe von 240.000 Euro zahlen. Tateo war verdächtigt, Mitarbeiterinnen wiederholt beleidigt und gedemütigt zu haben. Der Fall war durch das Verschwinden von Pedri ins Rollen gekommen, nachdem Ermittlungen der Carabinieri auf Missstände in der Gynäkologieabteilung des Santa Chiara-Krankenhauses in Trient hingewiesen hatten, in der die verschwundene Ärztin arbeitete.