Freitag, 22. Januar 2021

Südafrika: Arzt will Leben retten und stirbt selbst

Ein Arzt in Südafrika ist kurz nach seiner Nothilfe für einen sterbenden Politiker selbst bei einem Helikopterabsturz ums Leben gekommen. Für seinen Noteinsatz hatte er den Abflug verschoben.

Bei dem Helikopterabsturz verloren 5 Menschen ihr Leben.
Bei dem Helikopterabsturz verloren 5 Menschen ihr Leben. - Foto: © shutterstock
Der Mediziner war am Donnerstagnachmittag gebeten worden, bei der Covid-19-Notbehandlung von Minister Jackson Mthembu zu helfen – dafür verschob er seinen Flug. Wenig später starb er dann beim Absturz des Rettungshelikopters.

Mthembu war als Minister im Präsidialamt einer der Top-Politiker des Landes und enger Mitarbeiter von Präsident Cyril Ramaphosa. Tragischer Weise starb auch Mthembu nach Komplikationen im Zusammenhang mit seiner Coronainfektion, wie aus Medienberichten hervorgeht.

Südafrikas Gesundheitsminister Zweli Mkhezi sagte am späten Donnerstag dem TV-Sender eNCA: „Einer der Ärzte, die beim Absturz starben, war von einem Freund um Hilfe gebeten worden bei der Behandlung des Ministers.“ Sein Team habe daraufhin kurzfristig den Abflug zur Küste verschoben.

Unglücksursache unbekannt


Der Helikopter sollte einen anderen schwer erkrankten Patienten in ein Krankenhaus westlich der Hafenstadt Durban bringen. Er stürzte nahe dem Ort Bergville mit 5 Insassen an Bord ab und brannte aus. Niemand überlebte den Absturz in dem hügeligen Gelände. Die Unglücksursache ist noch unbekannt.

Der kleine Ort Bergville liegt am Rande der Drakensberge – die Region stellt Piloten vor allem bei grenzwertigem Wetter häufig vor Herausforderungen. Vor 9 Jahren stürzte nur wenige Dutzend Kilometer entfernt ein Militärtransporter mit 11 Insassen an Bord ab – auch sie kamen beim Absturz ums Leben.

apa/pho