Montag, 22. Juni 2020

Südkorea sieht sich 2. Corona-Welle ausgesetzt

Die Gesundheitsbehörden in Südkorea sehen das Land mittlerweile einer 2. Welle der Coronavirus-Ausbreitung ausgesetzt.

Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen stieg in Südkorea auf 12.438.
Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen stieg in Südkorea auf 12.438. - Foto: © APA (AFP) / JUNG YEON-JE
Ursprünglich seien sie davon ausgegangen, dass eine 2. Infektionswelle im Herbst oder Winter beginnen könnte, sagte die Direktorin der Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (KCDC), Jeong Eun Kyeong, laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap am Montag bei einer Pressekonferenz. „Unsere Voraussage erwies sich als falsch.“

Schwerpunkt der 2. Welle ist demnach zunächst die Hauptstadt und Umgebung. Im Großraum Seoul lebt fast die Hälfte der etwa 51,6 Millionen Einwohner.

Die Einschätzung kommt ungeachtet der Tatsache, dass die Behörden zuvor den geringsten landesweiten Anstieg bestätigter Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 seit fast einem Monat vermeldet hatten. Am Sonntag seien 17 Fälle hinzugekommen. Das war das 1. Mal seit dem 26. Mai, dass weniger als 20 Neuinfektionen nachgewiesen wurden.

Südkorea hatte die Einschränkungen für soziale Kontakte und andere Schutzmaßnahmen gegen das Virus Anfang Mai gelockert. Doch hatten die Behörden seitdem Probleme, einzelne Häufungen von Infektionsfällen in der Hauptstadtregion, etwa unter Clubgästen und Kirchgängern, in den Griff zu bekommen. Die 1. Welle datierte Jeong bis Ende April. Die 2. Welle breitete sich demnach seit den Urlaubstagen im Mai aus.

Die meisten Neuinfektionen im Juni entfielen auf Seoul und die Umgebung. Der Bürgermeister von Seoul, Park Won Soon, kündigte an, wieder stärkere Beschränkungen für das öffentliche Leben einzuführen, sollten die Zahl neuer Infektionsfälle an 3 Tagen in Folge 30 übersteigen und das Gesundheitssystem überlastet sein.

Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen stieg demnach auf 12.438. Bisher wurden 280 Todesopfer mit dem Virus in Verbindung gebracht.

dpa

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