Mittwoch, 10. Mai 2017

Südtirol: 2450 künstliche Gelenke im Jahr

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Protheseneingriffe in Südtirol stetig angestiegen. Am Mittwoch wurden die jüngsten Zahlen und Daten des Landesprothesenregisters vorgestellt.

Die jüngsten Zahlen und Daten des Landesprothesenregisters hat Landesrätin Martha Stocker am Mittwoch vorgestellt.-Bild:lpa
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Die jüngsten Zahlen und Daten des Landesprothesenregisters hat Landesrätin Martha Stocker am Mittwoch vorgestellt.-Bild:lpa - Foto: © LPA

Etwa 8000 Registerbögen der Hüftprothesen für die Jahre 2010 bis 2015 und 3600 für jene der Knieprothesen im selben Zeitraum wurden für den zweiten Bericht des Landesregisters ausgewertet.

Südtirol über gesamtstaatlichem Durchschnitt 

Bei den Hüftprothesen weist Südtirol demnach (263 Eingriffe pro 100.000 Einwohner) ähnliche Inzidenzraten auf wie die Nachbarländer und liegt damit über den internationalen und auch italienischen Werten (166 Eingriffe). Anders gelagert ist die Situation im Lande bei den Knieprothesen (144 Eingriffe pro 100.000 Einwohner): die Prozentsätze sind vergleichbar mit jenen in Frankreich und Großbritannien, liegen aber weit unter jenen der wirtschaftlich entwickeltsten Länder. Spitzenreiter sind die Vereinigten Staaten (226 Eingriffe) vor Österreich (215 Eingriffe) und Finnland (202 Eingriffe).

Die meisten Hüftprotheseneingriffe werden in Südtirol im Krankenhaus Brixen durchgeführt (24,5 Prozent), gefolgt von Bruneck (16,1 Prozent). In den öffentlichen Krankenhäusern werden 92,6 Prozent der Hüftoperationen durchgeführt, in den privaten Einrichtungen 7,4 Prozent.

Zahl der Eingriffe in Vergangenheit angestiegen

Der künstliche Gelenkersatz gehört mit 2450 Eingriffen (1500 Hüftprothesen und 950 Knieprothesen) im Jahr 2015 zu den häufigsten Operationen, parallel dazu finden jährlich auch 200 Wechseleingriffe statt, bei denen künstliche Gelenke ausgetauscht werden.

„In Südtirol wurde in den vergangenen sechs Jahren ein Anstieg dieser Eingriffe von  mehr als 30 Prozent registriert. Die Gründe dafür liegen im Anspruch der Menschen an eine immer höhere Beweglichkeit und physische Selbständigkeit auch im Alter, auch wenn die akute Arthrose wegen Übergewicht und sogar Fettleibigkeit leider zunimmt“, so Dieter Randeu, Orthopäde am Krankenhaus Bruneck und neuer wissenschaftlicher Berater des Prothesenregisters.

lpa/stol

stol