<BR />Für Patrick Jageregger, Präsident des Südtiroler Köcheverbandes, „eine weise Entscheidung“. Vegane, aber noch viel mehr eine vegetarische Ernährung sei schon lange viel mehr als ein Nischentrend, sagt der Koch und Lehrer am Berufsbildungszentrum „Emma Hellenstainer“ in Brixen – und damit genau an der Berufsschule, die die berufliche Qualifikation „Koch und Köchin für pflanzenbasierte Küche“ künftig anbieten wird. <BR /><BR />Als Lehrperson sei er froh über die Entscheidung der Landesregierung und als Verbandschef stolz, dass es gelungen ist. „Vegetarische oder auch vegane Ernährung, das ist oft eine Lebenseinstellung. Aber es gibt inzwischen auch viele Gäste, die nur noch selten Fleisch essen wollen. Egal, wie die Wünsche sind, jeder Gast ist es wert, dass man sich um ihn bemüht“, erklärt Jageregger. <BR /><BR />Und da reiche es eben nicht, „einfach das Fleisch wegzulassen“. Es brauche spezielle Gerichte. „Sich in diese Richtung weiterzubilden, ist nie verkehrt und vor allen Dingen auf längere Sicht gedacht sehr wichtig.“<h3> „Gesundheit ist ein Megatrend“</h3>Das bestätigt auch Bettina Schmid, Leiterin des Gustelier – Atelier für Geschmacksentwicklung im HGV: „Gesundheit ist ein Megatrend, und darauf legen Gäste auch im Urlaub Wert.“ Das gelte insbesondere für deutschsprachige Gäste, für Frauen und die jüngere Generation. Und wer auf Gesundheit setzt, reduziert in der Regel den Fleischkonsum. Zudem spiele der Wunsch nach Nachhaltigkeit eine zunehmende Rolle.<BR /><BR /> „Fleischlose Küche hat sehr viel Potenzial, aber als Koch benötigt man Ideen, wie Gemüse und Co. zu den Hauptdarstellern auf dem Teller werden“, sagt Schmid. Daher freut man sich beim HGV nicht nur über die neue Zusatzqualifikation, sondern auch darüber, dass die Vorarbeit der Koordinationsstelle Berufliche Weiterbildung in der Landesdirektion deutschsprachige Berufsbildung im Einvernehmen mit beiden Verbänden geleistet wurde. <h3> Bei Qualifikation über den Tellerrand schauen</h3>„Die berufliche Qualifikation Koch für pflanzenbasierte Küche wird als Spezialisierungsausbildung nach der Grundausbildung angeboten“, erklärt der zuständige Bildungslandesrat Philipp Achammer. Sie sei ähnlich zu bewerten wie etwa die Zusatzausbildung zum diätetisch geschulten Koch. „Und sich besondere Fähigkeiten, Kompetenzen und Qualifikationen anzueignen, ist nie verkehrt“, findet Achammer. <BR /><BR /> Und das, betont er, gelte auch, „wenn man über Südtirols Landesgrenzen hinaus denkt: Wer die abschließende Prüfung besteht, erhält ein Zertifikat, das über das sogenannte EQR-Niveau 4 auch in Italien und Europa lesbar ist“. Überhaupt bemühe sich das Land verstärkt darum, berufliche Qualifikationen zu ermöglichen, die über die Landesgrenzen hinaus gültig sind. <h3> Abschlusstitel aufgeführt im Landesverzeichnis</h3>Gleichzeitig mit dieser speziellen beruflichen Weiterbildung hat die Landesregierung gestern die Aufnahme des „Kochs für pflanzenbasierte Küche“ in das „Landesverzeichnis der Abschlusstitel der Berufsbildung und der beruflichen Qualifikationen“ beschlossen.