Zudem braucht es im Zuge der klinischen Reform 40 zusätzliche Hausärzte. „Um einem aus heutiger Sicht vorprogrammierten Hausärztemangel gegenzusteuern, erhöhen wir die Ausbildungskurse“, so Florian Zerzer, Direktor des Landesgesundheitsressorts.Der Ressortchef von Landesrat Richard Theiner spricht Klartext. „Wir haben bei den Hausärzten einen starken Bedarf, weil die Alterspyramide viel schlechter ist als bei den Krankenhausärzten. Das heißt, die Hausärzte sind im Schnitt viel älter als die Kliniker. Insofern ist das Nachwuchs-Problem bei den Hausärzten akuter als bei den Fachärzten“, erklärt Zerzer.Deshalb wolle man nun die Frequenz der Ausbildungskurse sowie die Anzahl der Kursteilnehmer erhöhen. Statt alle drei soll künftig alle zwei Jahre ein Ausbildungslehrgang für Hausärzte gestartet werden, und zudem soll die Teilnehmerzahl von derzeit 15 auf 25 bis 30 erhöht werden. „Nur so können wir einem vorprogrammierten Mangel entgegenwirken“, sagt Florian Zerzer. Bereits im kommenden Jahr werden sich die Sonderausbildungen für Allgemeinmediziner überlappen. Der Kurs von 2008 bis 2011 endet für 15 Teilnehmer im September kommenden Jahres, der neue Lehrgang für weitere 20 beginnt bereits im Jänner 2011. „Das Aufnahmeverfahren läuft noch acht Tage, und wir haben genug Interessenten – und zwar größtenteils Frauen“, sagt Maria Habicher vom Landesamt für Ausbildung des Gesundheitspersonals. Man tue das Möglichste, um genug Leute auszubilden, sagt Alfred König, Direktor des Landesamtes für Gesundheitssprengel. Gerade wegen der zusätzlichen Kurse geht er davon aus, dass es „zu keiner dramatischen Situation wegen der anstehenden Pensionierungen kommt“. Obwohl aus seiner Sicht viel früher anzusetzen wäre. „Und zwar bei den oft schwerfälligen Universitäten, die den Numerus Clausus öffnen sollten, um der Nachfrage am Arbeitsmarkt gerecht zu werden“, sagt König. Aber er sieht auch positive Seiten. „Jungärzte haben sehr gute Aussichten, sofort nach der dreijährigen Ausbildung unterzukommen. Und wenn alte Hausärzte in Pension gehen, werden große Patientenstöcke frei“, meint Direktor König.Derzeit kommen auf einen Hausarzt in Südtirol im Schnitt 1671 Betreute, es gibt aber auch Hausärzte in der Peripherie mit 2500 Betreuten. Das Nettogehalt pro Monat beträgt in der Stadt mit den höheren Praxismieten zwischen 4000 und 5000 Euro, auf dem Land zwischen 6000 und 7000 Euro.lu/D