Das zeigt eine neue Erhebung des Landesinstituts für Statistik ASTAT. Gleichzeitig bleibt das Vertrauen in die Ordnungskräfte aber stabil.<BR /><BR />Zwar geben 65 Prozent der Befragten an, sich bei Dunkelheit allein in ihrer Wohngegend sicher zu fühlen. Ein Blick auf die nach Geschlecht aufgeschlüsselten Daten zeigt aber einen deutlichen Unterschied: Während sich 76 Prozent der Männer sicher fühlen, sinkt dieser Anteil bei den Frauen – wenig überraschend – auf nur 54 Prozent. Besonders alarmierend: 13 Prozent der befragten Frauen geben an, bei Dunkelheit allein keinen Schritt vor die Haustür zu setzen. <h3> Raubdelikte und sexuelle Gewalt rückläufig</h3>Die Daten, die erst vor einer Woche bei der Eröffnung des Gerichtsjahres in Trient präsentiert wurden, zeigen zwar, dass sowohl Fälle von sexueller Gewalt als auch Raubdelikte rückläufig sind. So sank im Zeitraum vom 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2025 die Anzahl der Raubdelikte von 144 im selben Vorjahreszeitraum auf 136 Fälle, jene der sexuellen Gewalt von 124 auf 105 (wir haben berichtet). Auf das subjektive Sicherheitsempfinden scheint sich dieser Rückgang jedoch nicht auszuwirken.<BR /><BR />Wie die ASTAT-Daten verdeutlichen, spielt auch die Größe der Wohngemeinde eine Rolle für das Sicherheitsempfinden. In Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern fühlen sich 74 Prozent der Befragten sicher, während dieser Anteil in der Landeshauptstadt auf 48 Prozent sinkt. Ein Blick auf die Vorjahre zeigt, dass die gefühlte Sicherheit auf einem mittelhohen Niveau bleibt, mit Ausnahme des Zeitraums 2015-2016. Dies könne laut ASTAT mit den Terroranschläge in Europa zusammenhängen.<h3> Niedriges wahrgenommenes Kriminalitätsrisiko</h3>Auch wirkt sich auch die Wahrnehmung von Verwahrlosung und sozialer Ausgrenzung spürbar auf das Sicherheitsgefühl aus. Am häufigsten werden Obdachlosigkeit (18 Prozent) und Vandalismus (14 Prozent) genannt. Dahinter folgen Drogenkonsum (zehn Prozent) und Drogenhandel (acht Prozent). Prostitution wird seltener wahrgenommen (zwei Prozent). <BR /><BR />Vergleichsweise niedrig wird das Kriminalitätsrisiko in der eigenen Wohngegend eingeschätzt. Nur vier Prozent aller Haushalte in Südtirol empfinden es als sehr hoch, zwölf Prozent als ziemlich hoch. Auch hier gibt es Unterschiede zwischen Stadt und Land. Interessantes Details am Rande: Obwohl das Sicherheitsempfinden sinkt und das subjektiv wahrgenommene Kriminalitätsrisiko steigt, bleibt das Vertrauen in die Ordnungskräfte stabil. In Bozen und in mittelgroßen Gemeinden ist es zudem tendenziell höher als in ländlichen Gegenden.<h3> 3 Fragen an Sicherheitslandesrätin Ulli Mair</h3><b>Warum sinkt das Sicherheitsgefühl?</b><BR />Ulli Mair: Es gibt einen unmittelbaren Zusammenhang mit der Einwanderung. Die Sorgen der Menschen wurden lange als „gefühlte Unsicherheit“ abgetan. Wir machen nun aber Nägel mit Köpfen und versuchen, die Sicherheit zu verbessern.<BR /><BR /><b>Was unternimmt das Land konkret?</b><BR />Mair: Wir investieren in Beleuchtung und Überwachung von öffentlichen Plätzen und in Verkehrsmitteln. Zudem muss an sogenannten „Hot Spots“ verstärkt Präsenz gezeigt werden. Der neue Streetworker-Dienst soll genau hier tätig werden.<BR /><b><BR />Kann eine Aufstockung der Polizei hier weiterhelfen?</b><BR />Mair: Wir haben in der Polizeipräsenz Lücken zu schließen, die kein privater Sicherheitsdienst ersetzt. Das Sicherheitsgefühl hängt aber auch von Einwanderungspolitik ab. Hier besteht Handlungsbedarf auf Staats- und EU-Ebene.