Freitag, 05. Februar 2021

Südtirol geht wieder in den Lockdown – und setzt auf Zusammenhalt

Südtirol sperrt ab Montag wieder zu: Auf einer Pressekonferenz begründete die Landesregierung die Entscheidung und stellte die Maßnahmen nochmals vor. Landeshauptmann Arno Kompatscher appellierte dabei eindringlich an die Bevölkerung die Maßnahmen einzuhalten. Man setze nun auf Zusammenhalt.

Landeshauptmann Arno Kompatscher appellierte an die Bevölkerung, die Regeln einzuhalten. - Foto: © Land Südtirol
Die Landesregierung habe sich bereits in den vergangenen Tagen immer wieder besorgt gezeigt, „weil die Lage angespannt ist und die Entwicklung uns nicht gefallen hat“, erklärte Kompatscher bei der Pressekonferenz am Freitag. Nach einer eingehenden Analyse habe man am Donnerstagabend die Entscheidung treffen müssen, die Corona-Maßnahmen zu verschärfen.

„Es gibt während Corona keinen Normalbetrieb in den Krankenhäusern“, erklärte Landesrat Thomas Widmann. Zuletzt habe sich die Situation generell wieder verschärft (die aktuellen Zahlen im Überblick gibt es hier).

Der Trend gehe seit einigen Wochen wieder nach oben, die Lage in den Krankenhäusern sei angespannt. Zudem sei mit der nachgewiesenen Virus-Mutation nun ein neuer Faktor hinzugekommen. „Das heißt wir haben neue Rahmenbedingungen“, so Widmann. Daher sei der Lockdown, um die Zahlen wieder zum Sinken zu bringen, nötig. Zudem wies der Landesrat darauf hin, wie wichtig es sei, die Hygienemaßnahmen strengstens einzuhalten.



„Bitte helft uns mit, dass wir in 3 Wochen wieder gemeinsam aufsperren können“, betonte Widmann. Auch Landesrätin Waltraud Deeg schwor die Bevölkerung auf den Zusammenhalt ein.

„Schließen zu müssen, einschränken zu müssen, ist immer eine schmerzliche Entscheidung, die niemand gerne trifft. Doch man muss sie treffen, wenn sie unausweichlich wird“, erklärte Landesrat Philipp Achammer.

Die wichtigsten Maßnahmen ab Montag

Die Handelsbetriebe werden schließen – mit Ausnahme jener Geschäfte, die Güter des täglichen Bedarfs anbieten.

Die Produktion und das Handwerk können weiter arbeiten, aber mit Auflagen wie wöchentlichen Tests.

Die Grundschulen schließen am Donnerstag, die Mittel- und Oberschulen stellen bereits ab Montag auf Fernunterricht um. In der Woche darauf werden die Schulen wegen der Faschingsferien geschlossen. Alle Bildungseinrichtungen, mit Ausnahme der Oberstufe, kehren nach den Faschingsferien, also am Montag, 22. Februar, wieder zum Präsenzunterricht zurück. Nach den Ferien soll an den Schulen massiv getestet werden (siehe eigenen Artikel).

Kleinkindbetreuung, soziale und sozio-sanitäre Dienste bleiben offen.

Ab Montag darf man die eigene Gemeinde nicht mehr verlassen. Nur aus dringlichen Gründen, wie Arbeit und Gesundheit, oder aufgrund von Situationen der Notwendigkeit darf die Wohnsitzgemeinde verlassen werden.

Auch innerhalb der eigenen Gemeinde gibt es Einschränkungen. Aus dringlichen und notwendigen Gründen darf weiterhin das Haus verlassen werden, ansonsten gelte es jedoch daheim zu bleiben. Erlaubt sind weiterhin Spaziergänge sowie Individualsport von zu Hause ausgehend – unter Einhaltung der bekannten Corona-Maßnahmen: also mit Mundschutz und Sicherheitsabstand.

Versammlungen jeglicher Art bleiben verboten.

Hier gibt es die Verordnung und alle Maßnahmen im Detail.

Landeshauptmann Arno Kompatscher appellierte eindringlich an die Bevölkerung, die Regeln einzuhalten. Dies sei ein Zeichen der Solidarität.

am

Schlagwörter: