Falk erklärt, warum es seiner Auffassung nach bei der Registrierung der Corona-Positiven im Land hapert.<BR /><BR />Die Zahl der Covid-Toten in Südtirol steigt wieder: In der Woche von 26. Oktober bis 1. November waren es 3 Tote und in der Woche von 19. Oktober bis 25. Oktober 4 Tote. Seit Schulbeginn waren noch nie so hohe Zahlen registriert worden. <BR />Biostatistiker Markus Falk geht davon aus, dass zurzeit 3 bis 4 Prozent der Bürger in Südtirol Corona-infiziert sind – das sind etwa 15.000 bis 20.000. „Das größte Problem ist, dass nicht alle Bürger, die positiv getestet werden, auch registriert werden – weil es keine Pflicht zur Registrierung mehr gibt“, meint Falk.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="960523_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><b>Warum steigt die Zahl der Covid-Toten? Weil auch die Zahl der Corona-Infizierten wieder zugenommen hat?</b><BR />Markus Falk: Ja, das hat damit zu tun. Man darf jetzt nicht vergessen, dass die registrierten Zahlen, die wir sehen, nur mehr ein Teil der tatsächlichen Zahlen sind. Wir müssen davon ausgehen, dass vermutlich gar bis zu 50-mal so viele Fälle dahinterstecken. Wenn man sich jetzt ansieht, wie viele Personen ins Krankenhaus kommen und wie viele davon sterben, dann haben wir momentan nach wie vor gute Daten: Die Zahl liegt unter der vom vergangenen Jahr. Die vulnerablen Gruppen sind betroffen wie eh und je – und in diesen Gruppen kommt es auch zu Todesfällen. Man kann somit auf der einen Seite entwarnen: Wir müssen nicht fürchten, dass eine Riesen-Welle daherkommt. Auf der anderen Seite muss man aber auch aufzeigen, dass Covid für bestimmte Personen ganz klar tödlich sein kann, wenngleich diese Personen auch Begleiterkrankungen haben, die unter Umständen über Covid verstärkt werden. Bei den Todesfällen handelt es sich fast ausschließlich um vulnerable und ältere Menschen. <BR /><BR /><b>Wie wird sich Ihrer Meinung nach die Zahl der Infizierten entwickeln?</b><BR />Falk: Man muss von einem leichten Anstieg ausgehen. So wie dies von ärztlicher Seite beurteilt wird, sind diese Fälle in der Regel eher einfach behandelbar und brauchen meistens nur Unterstützung. Es sind bis auf Einzelfälle keine invasiven Fälle mehr. Was unterschätzt wird ist, dass etwa 40 Prozent der registrierten Fälle laut Daten aus der Schweiz im Krankenhaus „entstanden“ sind: Diese Patienten haben sich Corona im Krankenhaus geholt.<BR /><BR /><b>Wie viele Corona-Patienten sind in den Krankenhäusern?</b><BR />Falk: Wir hatten zuletzt 75 Aufnahmen in den Krankenhäusern, bis zu 2 Patienten lagen auf der Intensivstation. Dabei handelt es sich um vulnerable Patienten, vermutlich aber auch um Patienten, die im Krankenhaus positiv getestet wurden, weil sie sich dort angesteckt hatten.<BR /><BR /><b>Worin sehen Sie das größte Problem?</b><BR />Falk: Wenn heute ein Corona-Test in Südtirol gemacht wird, dann werden nicht alle Corona-Positiven registriert, weil es ein Verwaltungsaufwand ist. Wenn ein Bürger heute in einer Apotheke nach einem Test nicht mehr registriert wird, dann spart sich der Apotheker das Ausfüllen eines Zettels, das Eingeben und Weiterleiten dieser Information. Es gibt keine Pflicht mehr, dies zu machen. Ich bin der Auffassung: Wenn getestet wird, dann sollte man es auch – nicht namentlich – registrieren. Es ist wichtig zu wissen, wie viele Bürger positiv getestet wurden. Ich mache da keinen Vorwurf an die Apotheken – das ist ein Verwaltungsproblem. Man sollte die Registrierung der Tests möglichst einfach machen. <BR /><BR />