Donnerstag, 29. November 2018

„Südtirol hilft“: Die Härtefälle 2018

Bäuerlicher Notstandsfonds, Caritas und Südtiroler Krebshilfe haben wieder einige Härtefälle zusammengetragen, die stellvertretend für all jene Fälle sind, in denen sich Menschen und Familien hilfesuchend an den Verein „Südtirol hilft“ wenden. Um die Privatsphäre der Betroffenen zu respektieren, werden die Fälle anonym (die Namen sind verändert) wiedergegeben.

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Foto: © shutterstock

Wenn sich das Unglück häuft 

Im Winter 2016/2017 erkrankt Herr C. an Kopftumor. Der Tumor wird nicht operiert, sondern bestrahlt und anschließend mit 7 Zyklen Chemotherapie therapiert. Seit März sind die Therapien abgeschlossen, aber wegen der starken Nebenwirkungen ist Herr C. noch arbeitsunfähig. Er lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in einer kleinen Eigentumswohnung, dessen Raten noch abzuzahlen sind. Beide Elternteile arbeiten im Gastgewerbe. Die Tochter besucht die Mittelschule. Zu allem Unglück hatte die Familie einen Autounfall und muss ein neues Auto kaufen, weil es gebraucht wird. 

Arm durch Krankheit 

Herr G. erkrankt an Lungenkrebs. Es folgen Operation und Therapie. Heuer im Frühjahr erleidet Herr G. einen Rückfall mit Metastasen. Es folgt eine Radiotherapie. Durch seine Erkrankung kann er seine Arbeit nicht mehr ausüben. Arbeitslosengeld erhält er keines, da er arbeitsunfähig ist. Er bezieht die Zivilinvalidenrente. Aufgrund der Tumorerkrankung und dem damit verbundenen Lohnausfall ist Herr G. nicht mehr imstande alle Kosten für das alltägliche Leben zu bestreiten und befindet sich somit in einer schwierigen wirtschaftlich-finanziellen Notlage. 

Nach Krankheit mittellos 

Im Jahr 2016 erkrankt Herr K. an Krebs. Es folgen Operation und Chemotherapie. Die Folgeschäden der Chemotherapie sind sehr stark. Aufgrund von Folgeschäden der Chemo hat er kein Gefühl in Händen und Füßen und kann seinen Beruf nicht mehr ausüben. Bis April befindet sich Herr K. im Krankenstand, jetzt ist er ohne Einkommen. Kurz nach der Erkrankung kommt es zur Scheidung und solange er in der Lage ist, bezahlt er die Alimente für seine Tochter. Seine Ersparnisse sind aufgebraucht und Herr K. ist mittelos.

Nach Erkrankung Familie in Armut 

Im Herbst 2016 erkrankt Herr C. an Krebs. Es folgen mehrere Zyklen an Chemo- und Radiotherapie. Trotz Krankenstand und Therapien ist Herr C. gezwungen, bald wieder zu arbeiten, um den Familienhaushalt aufrecht zu erhalten. Seine Lebensgefährtin arbeitet in Teilzeit in einem Privatunternehmen und der dreijährige Sohn wird im Kinderhort untergebracht, um den Eltern das Arbeiten zu ermöglichen. Die Familie von Herrn C. befindet sich zurzeit in wirtschaftlich- finanziellen Not. Bis Herr C. wieder arbeitsfähig ist, wird noch einige Zeit vergehen.

Wenn Vater und Mutter krank sind 

Heuer im Sommer erkrankt Frau P. an Brustkrebs. Es folgt eine präoperative Chemotherapie. Zeitgleich wird der Ehemann aufgrund schwerer Herzrhythmusstörungen in Mailand am Herzen operiert und befindet sich zurzeit in Rehabilitation. Frau P. und ihr Mann bewirtschaften in Vollerwerb einen Bergbauernhof und leben dort mit der Schwiegermutter und den drei Kindern im Alter von elf, neun und zwei Jahren. Aufgrund der Erkrankung und dem damit verbundenen Arbeitsausfall ist die Familie auf fremde Hilfe angewiesen, obwohl die Schwiegermutter und bereits die größeren Kinder fleißig mithelfen.

Jahrelanges Leiden 

Bereits 2009 erkrankt Herr S. erstmals an einem bösartigen Kopftumor. Es folgen Operation, Chemo- und Radiotherapie. Durch die Erkrankung, die 2015 zurückkommt, nimmt leider auch die geistige Verfassung zunehmend ab. Dies zeigt sich in Unkonzentriertheit, Vergesslichkeit, extreme Müdigkeit und zeitweise zeitliche und örtliche Desorientierung. Herr S. kann seiner Tätigkeit nicht mehr nachgehen, arbeitet aber für kurze Zeit als Fabrikarbeiter. Allerdings wird sein Arbeitsvertrag aufgrund der Erkrankung und ihrer Folgen nicht erneuert. Zurzeit lebt Herr S. mit seiner pensionierten Mutter. Die beiden leben von der kleinen Rente. Herr S. muss zudem selbst für die notwendige psychologische Betreuung aufkommen.

Landwirt wird krank

Ein Familienvater kann aufgrund einer Krankheit für lange Zeit den Hof nicht bewirtschaften. Alle Arbeiten mit den Maschinen müssen von Fremdkräften durchgeführt werden. Die Situation ist auch deshalb sehr angespannt, da auch die am Hof lebenden Seniorbauern beide pflegebedürftig sind. Zur menschlichen Belastung kommen die finanziellen Sorgen hinzu. Die Krankheit bringt zahlreiche unvorhergesehene Kosten.

Brand des Wirtschaftsgebäudes

Plötzlich schlagen Flammen aus dem Wirtschaftsgebäude. Die landwirtschaftlichen Maschinen, Kleingeräte, Werkzeuge und das gesamte Futter werden zerstört. Zum Glück bleiben die Hofbewohner unverletzt und das Vieh kann rechtzeitig aus dem Stall gerettet werden. Im Frühjahr wird mit dem Wiederaufbau begonnen. Eine Neuverschuldung ist unbedingt zu vermeiden, denn der Bergbauer hatte den elterlichen Hof bereits mit Schulden übernommen und über die letzten Jahre saniert.

Stadelbrand steht in Flammen

Groß war der Schock bei der Familie und den Nachbarn, als Stall und Stadel lichterloh brannten. Glücklicherweise wurde niemand verletzt und auch die Tiere konnten gerettet werden. Das Feuer vernichtete alles, was sich in den Gebäuden befand. Die Existenzängste der Familie sind groß, denn es sind bereits Schulden von Sanierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre abzuzahlen. Eine Neuverschuldung würde die Existenz der Familie gefährden.

Allein mit drei Kindern

Nach einer schwierigen Ehe hat ihr Mann Laura und die Kinder vor einigen Monaten verlassen. Arbeitslos und mit drei minderjährigen Kindern im Haus ist sie von einem Moment auf den anderen auf sich alleine gestellt. Mietrückstände haben sich angehäuft und Geld für Essen ist kaum vorhanden. Laura hat auch für ein paar Stunden am Tag Arbeit gefunden. Ziel ist es, Laura und den Kindern zu helfen, die Mietwohnung zu retten und einen normalen Lebensunterhalt für die Familie zu garantieren.

Drohende Obdachlosigkeit abwenden

Josef lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in einer Sozialwohnung. Er hat 30 Jahre am Bau gearbeitet. Die Wirtschaftskrise hat ihn in den vergangenen Jahren hart auf die Probe gestellt. Dazu kamen gesundheitliche Probleme und eine Invalidität von 50 Prozent sowie immer größere Schwierigkeiten, neue Aufträge zu erhalten. Seine Frau arbeitet in Teilzeit und mit ihrem geringen Lohn schaffen sie es gerade bis zum Monatsende zu kommen. Für die Miete reicht es nicht. Hilfe ist dringend notwendig, damit die Familie das Dach über dem Kopf nicht verliert.

Mutter mit Kleinkind in Not

Ruth lebt mit ihrem zweijährigen Sohn in einer kleinen Mietwohnung. Bis vor kurzem hatte sie alles recht gut im Griff, bis zu jenem Tag, an dem sie ihre Arbeit verlor. Die unerwartete und unvorhersehbare Arbeitslosigkeit hat sie in eine schwere Krise gestürzt. Ruth verlor nicht nur den Überblick über ihre finanzielle Situation, sondern auch Lebenskraft und Lebensfreude. Es kam soweit, dass ihr Strom und Gas abgedreht wurden. Ruth soll geholfen werden, sich zu erholen und neuen Lebensmut zu schöpfen.

Sicheres Zuhause für Mutter und ihre 4 Kinder

Nach langer Zeit gibt es endlich einen Lichtblick für Stefanie, eine Mutter von vier Kindern. Sie lebt jetzt alleine mit den Kindern, die noch zur Grundschule gehen. Der Vater hat die Familie verlassen. Physische und psychische Gewalt waren vorher oft an der Tagesordnung. Der Vater hat allerdings Schulden hinterlassen. Offene Strom- und Gasrechnungen sowie eine Zwangsräumung waren die Folge. Stefanie und ihre vier Kinder brauchen ein sicheres Zuhause.

stol