Dienstag, 28. Mai 2019

Südtirol-Praktika stehen hoch im Kurs

Studierende der Freien Universität Bozen geben ihrem Praktikum in Unternehmen und Organisationen gute Noten. In der jüngsten Befragung – es ist seit 2013 die siebte, die das AFI | Arbeitsförderungsinstitut auswertet – bestätigen die angehenden Akademiker die Qualität der in Südtirol angebotenen Praktika und sehen sie als Sprungbrett in die Arbeitswelt. „Bei den Südtiroler Arbeitgebern stehen unsere Uni-Praktikanten tatsächlich hoch im Kurs“, freut sich unibz-Präsidentin Ulrike Tappeiner.

Für fast jeden fünften Studenten ist das Uni-Praktikum ein ziemlich direktes Sprungbrett in den Arbeitsmarkt, zumal sie im hospitierenden Betrieb eine dauerhafte oder projektbezogene Beschäftigung erhalten.
Badge Local
Für fast jeden fünften Studenten ist das Uni-Praktikum ein ziemlich direktes Sprungbrett in den Arbeitsmarkt, zumal sie im hospitierenden Betrieb eine dauerhafte oder projektbezogene Beschäftigung erhalten.

An der Freien Universität Bozen werden die Erfahrungen der Studierenden aus ihrem Betriebspraktikum systematisch ausgewertet. In dieser jährlichen, vom AFI | Arbeitsförderungsinstitut und dem Praktika- und Jobservice der Universität schon seit 2013 durchgeführten Erhebung ist die Kernfrage, wie hilfreich sich die Praktikanten für den hospitierenden Betrieb empfinden. In der aktuellen Auswertung der Praktika-Erfahrungen von 462 Praktikanten aus dem Jahr 2018 bestätigen 88 Prozent der Befragten, dass die geleistete Arbeit für sie selbst und für den Betrieb nützlich war. 

„Als eher nutzloses Faktotum gefühlt haben sich leider wieder einmal knapp mehr als 10 Prozent der Praktikanten“, stellt AFI-Forschungsmitarbeiterin Elisa Ganzer fest. Bei den Studierenden der Fakultäten „Wirtschaftswissenschaften“ sowie „Design und Künste“ ist das „Faktotum“ sogar häufiger der Fall (14 Prozent). Als „Belastung“ für den Betrieb empfand sich quer durch alle Reihen nur ein kleiner Teil, nämlich weniger als 2 Prozent der Befragten.

Praktikumsbetriebe werden weiterempfohlen

In den hospitierenden Betrieben und Organisationen bemüht man sich in der Regel sehr um die Praktikanten. Die entsprechende Frage beantworten die Studierenden mit einem hohen Zufriedenheitswert für ihren Betriebstutor (6,2 auf einer Skala von 1 bis 7 Punkten). Stabil zu früheren Jahren liegt der Anteil der Befragten, die ihre Praktikumsstelle uneingeschränkt weiterempfehlen würden, nämlich knappe 60 Prozent. Weitere 34 Prozent empfehlen sie immerhin noch im Großen und Ganzen.

Sprungbrett in den Arbeitsmarkt

Der Berufseinstieg nach einem erfolgreichen Uni-Abschluss erfolgt meist unproblematisch. „Die praktischen Erfahrungen, die Studierende während des Studiums sammeln, spielen eine wichtige Rolle”, hebt unibz-Präsidentin Ulrike Tappeiner hervor. Das bestätigen die Praktikanten selbst: Für fast jeden fünften Studenten ist das Uni-Praktikum ein ziemlich direktes Sprungbrett in den Arbeitsmarkt, zumal sie im hospitierenden Betrieb eine dauerhafte oder projektbezogene Beschäftigung erhalten. Bei den Informatikern liegt die Stabilisierungsrate sogar bei 30 Prozent. Der Wermutstropfen: In den Vorjahren sah man auch schon höhere Stabilisierungsraten.

Die Chancen auf gute Jobs sind hoch

Werden die Praktikanten gefragt, wie sie die Arbeitschancen eines Akademikers ihres Faches auf einer „Notenskala“ von 1 bis 7 bewerten, dann vergeben sie im Jahr 2018 die Note 5,2 – das ist der höchste Wert, seit es die Befragung gibt. Besonders optimistisch sind die Studierenden der Fakultät für Informatik (Mittelwert: 5,9), eher bescheiden hingegen jene der Fakultät für Design (3,7). Wie schon in den früheren Erhebungen zeigen sich Studierende aus Südtirol sehr zuversichtlich (5,4), ebenso jene aus europäischen Ländern (5,3), während die Kommilitonen aus Restitalien traditionell eine etwas verhaltene Einschätzung abgeben (4,9).

Südtirol ist attraktiver Arbeitsstandort, aber…

Seit zwei Jahren wird auch erhoben, wie attraktiv die Uni-Praktikanten den Südtiroler Arbeitsmarkt finden. Die Gesamtbewertung ergibt einen Mittelwert von 5,3 auf einer Skala von 1 bis 7. Am attraktivsten schätzen den Südtiroler Arbeitsmarkt die Studierenden der Fakultäten für Naturwissenschaften und Technik (5,5) sowie Wirtschaftswissenschaften (5,4) ein. Wesentlich zurückhaltender fallen die Beurteilungen von Jugendlichen der Fakultäten für Informatik (4,8) und für Design und Künste (4,3) aus. Studierende mit Oberschulabschluss aus anderen EU-Ländern geben ebenfalls verhaltene Urteile (4,5) ab. Attraktiv erscheinen den Befragten die vielfältigen Arbeitsmöglichkeiten, weniger attraktiv die im internationalen Vergleich als geringer empfundenen Gehälter und Karrieremöglichkeiten. Unibz-Praktikanten geben auch an, Südtirol als eher geschlossen und selbstbezogen zu empfinden.

Wo zieht es die Studierenden fürs Praktikum hin?

Fast zwei von drei (67 Prozent) der Studierenden an der unibz machen ihr Praktikum in Südtirol, 20 Prozent in anderen italienischen Provinzen, 7 Prozent im deutschsprachigen Ausland, 5 Prozent in anderen Staaten. „Es sind insbesondere Studierende aus anderen italienischen Regionen, die es für ein Praktikum in die deutschsprachigen Nachbarländer zieht“, berichtet AFI-Forscherin Elisa Ganzer.

Tätigkeit und gewünschte Einrichtung als Entscheidungskriterium

Bei der Auswahl der Praktikumsstelle ist den Studierenden wichtig, welche Tätigkeit es ist (31 Prozent), welcher Betrieb es ist (30 Prozent) und ob der Zeitpunkt im Studienverlauf günstig gelegen ist (25 Prozent). Die Vergütung spielt eine untergeordnete Rolle (nur für 5 Prozent war dies eines der Entscheidungskriterien). Zwei von drei Praktikanten (65 Prozent) erhalten ein Entgelt, entweder finanziell oder als Sachleistung.

stol

stol