Mittwoch, 29. April 2015

Südtirol: Rund 13 Prozent der Kinder übergewichtig

Zwar sind auch Südtirols Kinder von Fettleibigkeit betroffen. Laut einer gesamtstaatlichen Studie seien sie jedoch sportlich aktiver als Gleichaltrige im restlichen Staatsgebiet.

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Bei der standardisierten Überwachungsstudie 'OKkio –Schau auf deine Gesundheit' standen das Wohlbefinden, die Bewegung und die gesunde Ernährung bei Grundschulkindern im Mittelpunkt.

"In der gesamtsstaatlichen Gegenüberstellung schneiden wir als Land Südtirol gut ab und verzeichnen den niedersten Anteil an fettleibigen Kindern, vergleichbar mit Belgien und Norwegen", erklärte Landesrätin Martha Stocker am Mittwoch bei der Vorstellung der Ergebnisse der Studie.

Im Jahr 2014 haben insgesamt 57 Klassen mit 949 Schülern am Programm teilgenommen: 13,6 Prozent der Buben und 13,1 Prozent der Mädchen zählten dabei zu den übergewichtigen Kindern, wobei die Neigung zu Übergewicht und Fettleibigkeit mit zunehmender Größe der Wohngemeinde steigt.

Die Ernährungsgewohnheiten der Südtiroler Kinder würden sich nicht wesentlich von jenen in anderen Regionen unterscheiden: zu wenig Obst und Gemüse, zu viele zuckerhaltige Getränke.

Südtirols Kinder aktiver als im restlichen Staatsgebiet

Kinder in Südtirol sind jedoch laut der Studie körperlich aktiver als Gleichaltrige im übrigen Italien. 

Der Leiter des Bereichs Innovation und Beratung am deutschen Schulamt Rudolf Meraner präsentierte die Studienergebnisse mit Blick auf die Schule. Mehr als 55 Prozent der Schulen organisieren zwei Stunden Turnunterricht für alle Klassen und 92,2 Prozent bieten außerschulische motorische Aktivitäten vor allem im Rahmen eines Wahlfaches.

"Die Zusammenarbeit zwischen der Schule und den Sportvereinen nimmt von Jahr zu Jahr zu", sagte Meraner. Die Ernährungserziehung sei in mehr als 90 Prozent der Schulen ein Thema, wobei in 30 Prozent der Fälle das Gesundheitspersonal einbezogen wird.

Kosten für Übergewicht pro Person im Jahr: 1400 Euro

Der Primar des Dienstes für Diätetik und Klinische Ernährung des Gesundheitsbezirkes Bozen Lucio Lucchin ging auf die medizinischen Aspekte des Übergewichts bei Kindern ein.

Aktuell seien 5800 Kinder zwischen acht und neun Jahren von Übergewicht betroffen, 1350 sind fettleibig, bei 50 bis 70 Prozent sei es sehr wahrscheinlich, dass sie auch als Erwachsene daran leiden werden.

36.000 Menschen über 14 Jahren in Südtirol haben laut Lucchin Gewichtsprobleme, 3.600 seien von starker Fettleibigkeit betroffen.

Der Primar zitierte auch jüngst veröffentlichte Zahlen zu den wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Länder. "An erster Stelle stehen die Ausgaben in Zusammenhang mit Zigaretten, an zweiter Stelle die Ausgaben im Bereich des Terrorismus und der Kriege und an dritter Stelle das Übergewicht."

Lucchin unterstrich die Notwendigkeit der Prävention, die wichtige Aufgabe der Schule und nicht zuletzt die Vorbildfunktion der Eltern. Die direkten Kosten von Übergewicht und Fettleibigkeit für die Sanität würden sich auf 1400 Euro pro Person im Jahr belaufen, während die indirekten Kosten wie etwa Abwesenheiten am Arbeitsplatz bei etwa 1700 Euro pro Person liegen.

lpa

stol