Und bei der erwarteten deutlichen Zunahme von über 75-Jährigen im Lande steigen die Kosten weiter deutlich an. Dabei sei ihr Ressort ohnehin jedes Jahr klar unterfinanziert, so Landesrätin Waltraud Deeg.<BR /><BR />Eines kam bei der kürzlich vorgestellten Pflegebilanz klar hervor: Südtirol schaut auf seine Senioren und hat vor allem mit dem Landespflegegeld eine Grundvoraussetzung geschaffen, damit Pflegebedürftige so lange als möglich zu Hause leben und dort gepflegt werden können. Das belegen auch die vorgelegten Zahlen. So wurden 2022 von den 15.611 Menschen mit Pflegebedarf 11.592 zu Hause betreut (siehe Grafik). <BR /><BR />Für 60 Prozent von ihnen sorgten ausschließlich Angehörige oder eine private Pflegekraft. In 40 Prozent der Fälle erfolgte die Pflege unterstützt oder durch den Hauspflegedienst, wo nach der Corona-Pandemie laut Amtsdirektorin Brigitte Waldner nun wieder Normalität einkehrt.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="886463_image" /></div> <BR /><BR />Nach wie vor weit davon entfernt ist man bei der Pflegeeinstufung. Anstelle der vorgesehenen 25 Einstufungsteams sind derzeit nur deren 17 im Einsatz. Entsprechend lang sind die Wartezeiten. Gelöst wurde das Problem inzwischen provisorisch, indem Pflegebedürftige nach erfolgtem Ansuchen bis zur definitiven Einstufung automatisch Pflegestufe 1 erhalten (wir berichteten). Nichts desto trotz hat die Agentur für Soziale und Wirtschaftliche Entwicklung (ASWE) laut Direktor Eugenio Bizzotto allein im Vorjahr 245,5 Mio. Euro an Pflegegeld ausgezahlt. Dass es angesichts von voraussichtlich über 61.000 über 75-Jährigen im Jahr 2030 immer mehr Geld zur Abdeckung des Pflegebedarfs brauchen wird, liegt auf der Hand. <BR /><BR />„Ein funktionierendes Sozialsystem ist für das Wohlergehen der Bevölkerung von großer Bedeutung“, ist Deeg überzeugt. Um so mehr gelte es, im Landeshaushalt umzuschichten. „Das wird unumgänglich sein“, sagt sie. Zudem braucht es neue Modelle, wie betreutes oder begleitetes Wohnen, für die großes Interesse besteht. Immerhin gibt es nun 433 Plätze – 139 mehr als noch 2021.