Mittwoch, 18. November 2020

„Südtirol testet“ ist schon im Gange

„Südtirol testet“ ist gestartet. Weil auch Antigen-Tests zählen, die 72 Stunden vor Freitag erfolgen, haben sich gestern die ersten Bürger in Apotheken testen lassen. Tests über Hausärzte, Privatärzte, Apotheken oder in Betrieben sind bis Mittwoch möglich. Der Löwenanteil der Tests wird aber am Freitag, Samstag und Sonntag in über 200 landesweiten Teststationen durchgeführt. „Nehmen 100.000 Bürger teil, wären bereits gute Schritte nach vorne möglich, sind es 200.000 umso mehr“, sagt der Landeshauptmann.

Erste Tests  in der Südtiroler Bevölkerung wurden bereits durchgeführt.
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Erste Tests in der Südtiroler Bevölkerung wurden bereits durchgeführt. - Foto: © LPA
Doch der Reihe nach: Die Landesregierung hat gestern den Sanitätsbetrieb mit der Durchführung des Massentests an 350.000 Südtirolern beauftragt. „Ziel ist es, Asymptomatische, die gar nichts von ihrer Infektion wissen, herauszufiltern, zu isolieren und die Infektionskette zu unterbrechen“, so Arno Kompatscher. Je mehr Leute mitmachen, desto eher sind Lockerungen möglich, die Kleinkindbetreuung, Schule und dann Betriebe betreffen sollen. Die Teilnahme am Test ist freiwillig. Dem Bürger die Chance zu bieten, sich kostenlos testen zu lassen, kostet mit 3,3 Millionen Euro eine schöne Stange Geld.

Um 16.30 Uhr unterzeichnete der Landeshauptmann seine 70. Covid-Verordnung, die den Ablauf des Screenings regelt.

Für den Test wird es in allen Gemeinden am Freitag, Samstag und Sonntag Teststationen geben (siehe auch Bericht auf Seite 13 der „Dolomiten“). „Viele Gemeinden haben ein telematisches Vormerksystem aktiviert, über das man ein Zeitfenster für den Test reservieren kann“, sagt Gemeinden-Präsident Andreas Schatzer. Manche Gemeinden berufen nach Straßenzügen ein. Allerorts gibt es telefonische Ansprechpartner. „Wer unangemeldet kommt, wird auch getestet, wenn auch mit etwas Wartezeit.“ Ordnungsdienste sorgen dafür, dass es keine Menschenansammlungen gibt.

Test auch bei Hausärzten, freien Ärzten und Apotheken

Darüber hinaus können sich die Bürger nach Voranmeldung auch von Hausärzten, freien Ärzten und in Apotheken testen lassen, die sich beim Sanitätsbetrieb akkreditiert haben. Diese Tests sind 72 Stunden vor und nach der Aktion „Südtirol testet“ möglich. Im Klartext seit gestern und bis Mittwoch. Bereits gestern nahmen deshalb in Apotheken die ersten Bürger am Test teil. Gestern kostete der Test in der Apotheke zwischen 50 und 70 Euro. Heute wird die Konvention mit dem Sanitätsbetrieb unterzeichnet.

Ab dann ist der Test in jenen Apotheken, die sich an der Aktion beteiligen, gratis. Die Liste der teilnehmenden Apotheken wird heute dem Sanitätsbetrieb zugestellt. „Die allermeisten Hausärzte testen gratis“, so Landesrat Thomas Widmann. Privatklinken testen ebenfalls. Die Kosten: Rund 50 Euro. Oft werden sie von Firmen angefordert, die ihre Mitarbeiter im Betrieb testen lassen.

Ob Symptome oder nicht: Positiv Getestete automatisch krankgeschrieben

Für den Test sind 2 Formulare (Datenschutz und Anmeldung) zu unterzeichnen . Auf letzterem kann man angeben, ob eine Krankschreibung benötigt wird.

Denn: Laut Verordnung werden positiv Getestete für 10 Tage in häusliche Isolation versetzt. Treten in dieser Zeit keine Symptome auf, können sie ohne weiteren Test in die Gemeinschaft zurückkehren. Zeigen sich hingegen Symptome, muss man sich an den Hausarzt wenden, der über das weitere Vorgehen entscheidet. Egal ob Symptome oder nicht: Positiv Getestete werden vom Sanitätsbetrieb automatisch für Arbeitgeber und INPS krank geschrieben.

Das Testergebnis von „Südtirol testet“ wird den Teilnehmern innerhalb kurzer Zeit per Mail mitgeteilt. Damit dieses nur von Betroffenen geöffnet werden kann (Datenschutz), erhält der Teilnehmer vorab eine SMS mit einem Zugangscode . Mit der Zustellung des Testergebnisses erfolgt bei Infizierten gleichzeitig deren Überstellung in eine 10-tägige Isolation. Details dazu gibt es heute.

bv