Montag, 22. Juni 2020

Südtirol testet: Über 22.000 Arbeitende im Tourismus werden getestet

Antikörper-Sars-CoV-2-Schnelltests in Südtirols Gastbetrieben sollen die Sicherheit erhöhen. In den kommenden Wochen werden 22.000 Mitarbeiter getestet. Das Vorhaben wurde am Montag vorgestellt.

Für mehr Sicherheit soll die große Testreihe im Tourismus sorgen. Sie wurde von IDM-Präsident Pichler, Landesrat Schuler, Landeshauptmann Kompatscher, Landesrat Widmann und HGV-Präsident Pinzger.
Für mehr Sicherheit soll die große Testreihe im Tourismus sorgen. Sie wurde von IDM-Präsident Pichler, Landesrat Schuler, Landeshauptmann Kompatscher, Landesrat Widmann und HGV-Präsident Pinzger. - Foto: © LPA/Fabio Brucculeri
Zeitgleich mit der Vorstellung des Vorhabens „Südtirol testet“, sind in Dorf Tirol am heutigen Montag die 1. Antikörper-Schnelltests gestartet. Die Coronavirus-Testreihe beginnt in einer Pilotregion in Dorf Tirol, Schenna und Meran. Insgesamt sind südtirolweit 22.000 Tests für die Mitarbeitenden und Betriebsleiter vorgesehen. Die Tests werden vom Land mitfinanziert. Zusätzlich können die Betriebe auf eigene Kosten Urlaubsgäste testen.

Die Testaktion wurde heute (22. Juni) von Landeshauptmann Arno Kompatscher, Tourismuslandesrat Arnold Schuler, Gesundheitslandesrat Thomas Widmann, dem Präsidenten des Wirtschaftsdienstleisters IDM, Hansi Pichler, und dem Direktor der Südtiroler Hoteliers- und Gastwirteverband HGV, Manfred Pinzger, vorgestellt.

Tests für zusätzliche Sicherheit

Landeshauptmann Kompatscher betonte: „Wir wollen mit diesen Tests zusätzliche Sicherheit schaffen, für alle, die im Gastgewerbe arbeiten und ihre Familien - genau wie wir auch in anderen Bereichen etwa in den Seniorenheimen, im Sanitätsbetrieb oder bei den Hausärzten regelmäßig testen.“ Das Land übernehme einen guten Teil der Kosten und unterstütze auch andere Vorhaben zum Gesundheitsschutz in der Wirtschaft, unterstrich der Landeshauptmann.

In dieselbe Kerbe schlug auch Tourismuslandesrat Schuler: „Urlaub in Südtirol ist sicher, wir schützen unsere Gäste, aber vor allem auch unsere Mitarbeiter und Familienbetriebe. Die Tests sind Ergänzungen zu vielen anderen Sicherheitsmaßnahmen.“ Die Gäste und Mitarbeiter kämen aus verschiedenen Ländern, umso mehr solle das Potential der Ansteckungen verringert werden, so Schuler.

Infektionen schnell eindämmen

Gesundheitslandesrat Widmann unterstrich: „Der Tourismus ist in unserer Teststrategie ein weiterer zentraler Sektor. Es geht dabei nicht nur ums Testen, sondern darum, aufgrund eines Protokolls genau festzulegen, wie beim Auftreten des Virus vorgegangen wird, um die Infektion einzudämmen und die Sicherheit der Hotelbetreiber und Mitarbeiter zu gewähren.“ Eine so große Testreihe sei nur in Kooperation möglich, sagte Widmann.

Südtirol als sichere Urlaubsdestination

„Sicherheit ist das Gebot der Stunde für das ganze Land, natürlich auch für den Tourismus. Dieser trägt hier eine große Verantwortung, die er auch mit entsprechenden Maßnahmen wahrnimmt“, erklärte IDM-Präsident Pichler. Das Testsystem habe auch Signalwirkung auf den Märkten. Südtirols Gäste würden sich, wie Umfragen zeigen, eine sichere Urlaubsdestination wünschen, und Südtirol kann sich dank der Testoffensive als solche präsentieren, sagte Pichler.

Laut HGV-Präsident Pinzger ist Südtirol bereit, sich als sichere Destination zu präsentieren. „Sicherheit und Gesundheit spielen bei der Urlaubsentscheidung eine zentrale Rolle. Mit dieser Testreihe zeigen wir Verantwortung für unsere Familien, Mitarbeiter, Gäste und für die gesamte Tourismusdestination“, sagte Pinzger.

So wird getestet

Das Testsystem umfasst die Betriebsinhaber und alle Mitarbeitenden der Beherbergungs-, Schank- und Speisebetriebe; auf freiwilliger Basis der Betreiber zudem auch die Hotelgäste. Das Ziel ist es, Infektionen auf ein Mindestmaß zu reduzieren oder im Idealfall zu vermeiden. Das System sieht nicht nur Tests vor, sondern auch eine klare Vorgehensweise (Protokolle), was im Falle eines positiven Tests zu tun ist.

Um zu zeigen, wie unkompliziert die Tests ablaufen, wurden bei der Präsentation gleich Landeshauptmann Kompatscher und HGV-Direktor getestet. Dazu haben der Direktor des Weißen Kreuzes, Ivo Bonamico, und der stellvertretende Leiter des medizinischen Notfallmanagements, Patrick Franzoni, den Versuchspersonen am Finger einige Tropfen Blut abgenommen, das dann auf einen Teststreifen gegeben wurde. Die Testergebnisse liegen innerhalb einer Viertelstunde vor.

Der Test gibt Auskunft, ob Antikörper des Sars-CoV-2 im Körper vorhanden sind. Fällt der Test positiv aus, bedeutet das, dass man Kontakt mit dem Coronavirus hatte. In diesem Fall wird noch ein PCR-Test durchgeführt. Fällt auch dieser positiv aus, startet ein mit einem Protokoll genau vorgegebener Ablauf zu Isolation und Behandlung.

Partner für die große Testreihe sind neben dem Land, der Landesrettungsverein Weißes Kreuz, IDM, HGV, Landesverband der Tourismusorganisationen LTS, Verband der Privatvermieter (VPS), Bauernbund und die Südtiroler Handelskammer.

lpa

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