Donnerstag, 26. November 2020

„Südtirol testet“ weiter: Monatlich 4900 freiwillige Testpersonen

Die flächendeckende Testaktion am vergangenen Wochenende mit Verlängerung bis zum gestrigen Mittwoch hat alle Erwartungen übertroffen: 361.781 Menschen in Südtirol ließen sich testen, 3615 mit positivem Ergebnis. Jetzt heißt es: Nach dem Test ist vor dem Test.

Sie stellten die Folgeaktionen vor, mit denen das Corona-Infektionsgeschehen unter Kontrolle bleiben soll (v.l.): Sanitätsdirektor Florian Zerzer, Landesrat Thomas Widmann und  der Projektleiter von „Südtirol testet“, Patrick Franzoni.
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Sie stellten die Folgeaktionen vor, mit denen das Corona-Infektionsgeschehen unter Kontrolle bleiben soll (v.l.): Sanitätsdirektor Florian Zerzer, Landesrat Thomas Widmann und der Projektleiter von „Südtirol testet“, Patrick Franzoni. - Foto: © LPA/Fabio Brucculeri
350.000 Getestete waren angepeilt worden, bis zum gestrigen Mittwoch ließen sich 361.781 (Stand Mittwochabend) Personen testen: Ein voller Erfolg also für die Aktion „Südtirol testet“, deren Ergebnis offiziell am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz von Gesundheitslandesrat Thomas Widmann, dem Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes Florian Zerzer sowie dem Projektleiter von „Südtirol testet“ Patrick Franzoni vorgestellt wurde.

Somit ließ sich ein großer Teil der Bevölkerung im Zuge der Aktion testen, darunter auch mehr als 26.000 Kinder und 30.000 Jugendliche.

R-Faktor schon jetzt unter 1 – „Noch keine Garantie“

Die 3615 positiv Getesteten wurden unverzüglich benachrichtigt und in Quarantäne geschickt – und der Erfolg zeichnet sich schon ab: „Wir haben es bereits geschafft, die Zahl der Neuinfektionen zu halbieren“, berichtete Franzoni.

Vor der Testaktion lag der R-Faktor in Südtirol demnach bei 1,3 bis 1,4: „Schon heute haben wir ihn unter 1, und es ist allgemein bekannt, dass es das Ziel ist, die Reproduktionszahl unter 1 zu halten. Wir gehen in die richtige Richtung, so, wie wir es uns erhofft haben“, erklärte Franzoni.

Dies sei allerdings noch keine Garantie: „Wir haben immer noch eine hohe Belegung auf den Intensivstationen mit 40 Patienten, des Weiteren sind 434 Patienten in normalen Krankenbetten untergebracht. Diese Zahl darf nicht ansteigen“, warnte der Projektleiter. Man müsse sich weiterhin an die Coronaregeln, darunter die AHA-Regel, halten.

Monatlich 4900 Personen freiwillig testen

Anschließend berichtete Sanitätsdirektor Florian Zerzer, wie es nun für Südtirol weitergehe: Monatlich sollen künftig 4000 Personen einmal pro Woche, also 4 Mal, mittels Antigen-Schnelltest getestet werden.

Die Stichprobe erfolgt zufällig und aus allen Gemeinden, die Teilnahme bleibt weiterhin freiwillig.

Selbiges gilt für 900 Personen aus dem Bildungsbereich, ebenfalls auf freiwilliger Basis. Nach 4 Wochen werden neue Testpersonen per Zufallsgenerator ausgewählt.

Dies soll dazu führen, mögliche Infektionsherde frühzeitig zu erkennen und ihnen vorzubeugen.

Um hier effizient durchgreifen zu können, wurden die Regeln der Quarantäne vereinfacht: Bei positivem Antigen-Schnelltest wird die Person sofort unter Quarantäne gestellt, sollten keine Symptome auftreten, darf die Quarantäne nach 10 Tagen verlassen werden. Bei Symptomen folgt die Weiterbehandlung durch den Hausarzt.

Spontane lokale Massentests in Gemeinden möglich

Die Tests können an diversen Teststationen – in Zusammenarbeit mit dem Weißen Kreuz in Innichen, Bruneck, Pedratsches, Gröden, Bozen, Neumarkt, Schlanders und Mals, mit dem Roten Kreuz in Sterzing, Brixen, Bozen und Meran – sowie auch beim Hausarzt oder in Apotheken gemacht werden.

Wird durch den Test eine Person positiv getestet, so werden nicht nur die Kontakte geprüft, sondern es kann auch ein Massenscreening vor Ort, in der Gemeinde, dem Stadtteil oder der Schule organisiert werden.

„So können wir in Südtirol eine hohe Sicherheit generieren und eine schleichende Infektionswelle besser überwachen“, erklärte Zerzer.

Abwasseranalysen und sektorielle Testreihen, zum Beispiel im Tourismus oder im Handel, aber auch in großen Betrieben, sollen das Monitoring zudem flankieren.

liz/em