Mittwoch, 31. Mai 2017

Südtirol und seine Großraubtiere

Die Präsenz von Wölfen und Bären wird in den kommenden Jahren in Südtirol zunehmen. Daher stellt man sich beim Land unter anderem mit einer Herdenschutzberatung, die im Amt für Bergwirtschaft eingerichtet wurde, auf die damit verbundenen Herausforderungen ein. Dort sollen Betroffene Hilfestellungen im Hinblick auf Herdenschutzhunde und Koppeln erhalten.

Der Braunbär hinterlässt seit einigen Jahren immer wieder seine Fährte. - Fotofalle Amt für Jagd und Fischerei
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Der Braunbär hinterlässt seit einigen Jahren immer wieder seine Fährte. - Fotofalle Amt für Jagd und Fischerei

„Der Umgang mit den Großraubtieren in unserem Land bleibt eine Herausforderung, und das Management ist Aufgabe aller“, erklärte am Mittwoch Landesrat Arnold Schuler. Das Thema sei „spannend und spannungsgeladen“. Es gelte, so Schuler, die Möglichkeiten des Herdenschutzes zu bewerten und ein Konzept für das ganze Land zu erstellen.

Ende Februar bis Mitte März konnten laut dem Amt für Jagd und Fischerei im Gebiet von Fennberg regelmäßig Nachweise eines Bären bestätigt werden.

Anhand des gesammelten genetischen Materials stellte sich heraus, dass es sich um das sechsjährige Männchen M22 handelt. Dieser Bär sei bereits seit dem Jahr 2013 jährlich im Frühjahr und Herbst dort nachgewiesen worden, hieß es. Zudem wurden Mitte März im Gemeindegebiet von Proveis Spuren eines Braunbären vom dort zuständigen Jagdaufseher bestätigt.

Wo sich Bären und Wölfe in diesen Wochen nachweislich aufhalten, geht aus dieser Übersichtskarte des Landesamtes für Jagd und Fischerei hervor.

Auch Übergriffe habe es gegeben: Mitte April wurde im Gebiet von Laas ein Bienenhaus aufgebrochen und ein Bienenstock zerstört, Mitte Mai ein Bienenvolk in der Gemeinde Kaltern zerstört. In beiden Fällen seien Bärenhaare gefunden worden.

Auch Wolfssichtungen wurden registriert: Im Gadertal wurde Anfang Februar die Präsenz zweier Tiere nach einem Rehriss und durch das Bild einer Fotofalle nachgewiesen.

In Toblach wurden Mitte Februar Spuren gesichtet. Am Deutschnonsberg hielt eine Fotofalle von Jänner bis Mitte März Spuren von einem Wolfspaar fest. Unter anderem wurden vier Schafe und einem Lamm Anfang April gerissen, Anfang Mai erfolgte der Riss eines Rotwildes.

apa/stol

stol