Donnerstag, 18. Juni 2020

Südtirols Einwohnerzahl steigt weiter an

Am 31. Dezember 2019 zählte Südtirol 533.439 Einwohner, 2261 Personen mehr als im Vorjahr . In einer groß angelegten Studie hat das Landesinstitut für Statistik ASTAT die Bevölkerungsentwicklung erhoben.

Immer mehr Menschen leben in Südtirol.
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Immer mehr Menschen leben in Südtirol. - Foto: © shutterstock
Südtirol zählt laut ASTAT zusammen mit dem Trentino und neben Emilia-Romagna, Lombardei sowie Venetien zu den einzigen Regionen Italiens, deren Bevölkerung immer noch zunimmt. Das ist sowohl dem Geburtenüberschuss (1,5 je 1000 Einwohner) als auch dem positivem Wanderungssaldo zu verdanken.

Weiterhin hat italienweit allein Südtirol ein natürliches
Wachstum zu verzeichnen. „Der Beitrag der Geburtenbilanz nimmt jedoch auch hierzulande schon seit Jahren stetig ab, sodass der Bevölkerungszuwachs nunmehr in einem weit höheren Maße von den Wanderungsgewinnen bestimmt wird“, heißt es in einer Presseaussendung des ASTAT.

Hohe Sterberate in Bozen

Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung in der
Landeshauptstadt: Aufgrund der Überalterung verzeichnet Bozen eine auffällig niedrige Geburtenrate und zugleich eine hohe Sterberate. Das bedingt schon seit geraumer Zeit ein Geburtendefizit, weshalb der Bevölkerungszuwachs der Stadt nunmehr ausschließlich dem Migrationsüberschuss zuzuschreiben sei.

Auch in den Bezirksgemeinschaften Vinschgau, Burggrafenamt und Eisacktal fällt die Wanderungskomponente stärker ins Gewicht als das natürliche Wachstum. In den anderen Bezirksgemeinschaften leistet
hingegen der Geburtenüberschuss den größeren Beitrag zum Bevölkerungswachstum.

Ein Drittel verzeichnet Bevölkerungsrückgang

Insgesamt verzeichnet rund ein Drittel aller Südtiroler Gemeinden derzeit einen Bevölkerungsrückgang. Verschiedene Faktoren haben einen Einfluss darauf, ob eine Gemeinde wächst oder nicht. Während einige Gemeinden seit jeher aufgrund ihrer Strukturschwäche stärker vom Risiko der Entvölkerung betroffen sind, kann in den vorwiegend touristisch geprägten Gemeinden etwa das höhere Preisniveau die Ansiedlung junger Menschen erschweren. Weitere Gründe können die demografische Größe einer Gemeinde und ihre Höhenlage sein.

Der natürliche Bevölkerungszuwachs, der sich aus der Differenz von Geburten und Sterbefällen ergibt, ist schon seit Jahrzehnten abnehmend und stagniert auf niedrigem Niveau.

Im Laufe des Jahres 2019 werden 5254 Geburten in den Gemeinden Südtirols erfasst, etwas weniger als im Vorjahr (-0,6 Prozent). Die Geburtenrate beträgt 9,9 Lebendgeborene je 1000 Einwohner, belegt damit jedoch die Spitzenposition in Italien, wo durchschnittlich nur mehr 7,2 Kinder je 1000 Einwohner im Jahr zur Welt kommen.

Die Zahl der Verstorbenen beläuft sich im Bezugsjahr auf 4477. Die Sterberate liegt nunmehr bei 8,4 Todesfällen je 1000 Einwohner und somit deutlich unter dem gesamtstaatlichen Durchschnitt von 10,7 je 1000 Einwohner.

Mehr Zuwanderer als Auswanderer

Der Wanderungssaldo, der sich aus der Differenz zwischen Zu- und Abwanderungen ergibt, liegt seit Anfang der 90er-Jahre im positiven Bereich. Das bedeutet, dass seither mehr Menschen nach Südtirol zuwandern als von hier abwandern

Im Jahr 2019 wurden 18.484 Menschen in Südtiroler Gemeinden meldeamtlich eingetragen, während 17.000 gestrichen wurden. Der Wanderungsüberschuss ist auf 1484 Personen gesunken, nachdem er in den drei Jahren zuvor angestiegen war.

Die Wanderungsbilanz wird größtenteils von den Binnenwanderungen (Zu- und Abwanderungen innerhalb Italiens) bestimmt, während die Bevölkerungsflüsse vom und ins Ausland nur mehr mit knapp 20 Prozent daran beteiligt sind.

Mehr als die Hälfte lebt in ländlichen Gebieten

Nach wie vor lebt mehr als die Hälfte (56,1 Prozent) der Südtirolerinnen und Südtiroler in ländlichen Gebieten, d.h. in einer der 109 Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist weiblich: Die Zahl der in Südtirol ansässigen Frauen liegt um 5.560 höher als jene der Männer (270.092 zu 264.532). Anders ausgedrückt entfallen auf 100 Frauen 97,9 Männer.

52.000 Ausländer

Mittlerweile haben rund 52.000 Ausländer in einer Südtiroler Gemeinde ihren Wohnsitz. Das entspricht 9,7 Prozent der gesamten Wohnbevölkerung. Auch in dieser Bevölkerungsgruppe überwiegen die Frauen, der Großteil hat europäische Wurzeln und konzentriert
sich auf städtische Gemeinden.

stol

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