Montag, 17. August 2015

Südtirol zieht gegen die Tigermücke zu Felde

Auch wenn die heißen Tage vorerst vorbei sind, so haben die kühlenden Gewitter und Regenfälle am Wochenende doch für zusätzliche Brutstätten für die Tigermücke gesorgt.

Tigermücken können zur echten Plage werden.
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Tigermücken können zur echten Plage werden.

Sie mag es warm, feucht, ist unkompliziert, passt sich gut an und sticht untertags: die asiatische Tigermücke. In Bozen wurde man 2010 erstmals auf das stechfreudige Insekt aufmerksam. Auch in Meran und Leifers sind die klimatischen Bedingungen für die invasive Mückenart ideal.

In Bozen und Leifers wurden noch nie so viele Eier gezählt, wie 2015 (STOL hat berichtet). Die genauen Vorkommen an den Prüfstellen in den Städten finden Sie hier.

Vorkehrungen zu treffen ist der beste Schuz gegen die Plagegeister.

Mit Larviziden vorgehen

In diesen Tagen bringt etwa die Gemeinde Meran in den öffentlichen Gullys und Abwasserschächten Larvizide aus. Dieser Wirkstoff verhindert die Entwicklung der Larven. Er wird in diesem Jahr bereits zum vierten Mal auf öffentlichen Flächen eingesetzt. 

Auch in Leifers wurde in den vergangenen Wochen eine starke Zunahme der lästigen und aggressiven Plagegeister verzeichnet. Der zuständige Stadtrat hat daher die Mitarbeiter des Bauhofes beauftragt, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um eine weitere Vermehrung zu verhindern.

Mögliche Brutstätten beseitigen 

Dazu aufgerufen ist auch die Bevölkerung, indem mögliche Brutstätten beseitigt werden. Die Bürger sollen auf ihren Balkonen und in den Gärten Ausschau nach potenziellen Brutstätten halten. Bis Oktober sollen stehende Gewässer im Freien vermieden werden.

Einige nützliche Ratschläge und Hinweise:

  • Blumenuntersetzer eliminieren oder regelmäßig entleeren
  • Gießkannen und Eimer ausleeren und mit der Öffnung nach unten aufbewahren
  • Vogeltränken und Futternäpfe häufig entleeren
  • Aufblasbare Schwimmbecken und Plastikspielzeug nicht Garten herumliegen lassen (können sich mit Regenwasser füllen)
  • Alte Flaschen, Dosen, Gläser, Plastiksäcke ordnungsgemäß entsorgen (können sich mit Regenwasser füllen)
  • Regenwassertonnen regelmäßig (mindestens wöchentlich) ausleeren, hermetisch verschließen oder mit einem feinmaschigen Netz (Mückennetz) abdecken
  • Autoreifen nicht unter freiem Himmel lagern
  • Regenrinnen und Gullys regelmäßig reinigen, damit das Regenwasser ungehindert abfließen kann
  • Nach einem Regenguss Wasseransammlungen auf Abdeckplanen entfernen
  • Am Friedhof: Wasser in Vasen und Weihwassergefäßen regelmäßig (zweimal wöchentlich) entleeren und erneuern (als Alternative kann man larvizid-haltiges Wasser verwenden)

Immer beachten: Stehendes Wasser in Behältern auf eine Wiese und nicht in den Gully ausschütten. Gelangen eventuell vorhandene, kaum sichtbare Eier oder Larven ins Abwassersystem, wird die Ausbreitung und Vermehrung der Tigermücke gefördert.

stol/ker

stol