Freitag, 17. Januar 2020

Südtiroler Apfel auf der Grünen Woche in Berlin

Seit Freitagmorgen schaut die Agrarwelt wieder gespannt nach Berlin: Die Internationale Grüne Woche Berlin hat zum 85. Mal ihre Tore geöffnet. Auch Südtirols Landwirtschaft mit ihren Qualitätsprodukten ist mit dabei, wenn sich das Who is who der europäischen Agrarpolitik und –wirtschaft ein Stelldichein auf der weltweit größten Verbraucherschau zu Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau gibt.

Europa-Parlamentarier Herbert Dorfmann, Obmann des Südtiroler Bauernbundes Leo Tiefenthaler, Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler, Landesbäuerin Antonia Egger und IDM-Generaldirektor Erwin Hinteregger.
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Europa-Parlamentarier Herbert Dorfmann, Obmann des Südtiroler Bauernbundes Leo Tiefenthaler, Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler, Landesbäuerin Antonia Egger und IDM-Generaldirektor Erwin Hinteregger. - Foto: © BENJAMIN PRITZKULEIT

Star des Südtirol-Stands ist dieses Jahr der Südtiroler Apfel, der von den Messebesuchern verkostet und mit nach Hause genommen werden kann. Der von IDM Südtirol organisierte Stand bietet Südtirols Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Landwirtschaft eine Plattform zum Austausch mit wichtigen Partnern und den Spitzen der europäischen Agrarpolitik.
1800 Aussteller aus 61 Ländern zeigen den 315.000 Privatbesuchern und 85.000 Fachbesuchern bei der Internationalen Grünen Woche, was sie in Sachen Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft und Gartenbau draufhaben.

Rund 300 Fachveranstaltungen und das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA), die weltweit bedeutendste agrarpolitische Konferenz, runden das Angebot der Messe ab. Da darf Südtirol mit seinem qualitätsvollen landwirtschaftlichen Angebot nicht fehlen. „Die Südtiroler Qualitätsprodukte sind ein Aushängeschild für das gesamte Land, und der Sektor Agrar ist für die Weiterentwicklung von Südtirol von strategischer Bedeutung. Deshalb steht er auch im Fokus der Arbeit von IDM, mit der wir die Marktposition der Südtiroler Qualitätsprodukte stärken und die Bekanntheit und Begehrlichkeit der Marke Südtirol vorantreiben wollen“, sagt IDM-Generaldirektor Erwin Hinteregger.

Landesrat Schuler nimmt teil

Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler nimmt in diesen Tagen an der Grünen Woche teil, um sich mit Vertretern der europäischen Landwirtschaft auszutauschen. Südtirol ist in Berlin zudem durch den Südtiroler Bauernbund und IDM vertreten, nämlich durch Obmann Leo Tiefenthaler und Generaldirektor Erwin Hinteregger.


„Der Trend geht ganz klar in Richtung grüne Agrarpolitik“, betonte Landesrat Schuler. „Diesen Weg haben wir in der Südtiroler Landwirtschaft bereits seit Jahrzehnten eingeschlagen, mit der integrierten Produktion in der Obstwirtschaft sowie mit den Umweltprämien in der Berglandwirtschaft“, erklärte der Landesrat in Berlin. Auch in Zukunft müsse sich die Landwirtschaft nachhaltig entwickeln, forderte Schuler. Die aktuellen Trends in den anderen europäischen Ländern machten deutlich, dass Südtirol bereits in die richtige Richtung gehe.



Zukunftsthemen wie Klimaveränderung im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt der programmatischen Reden zur Eröffnung der Messe stand heuer nicht so sehr die traditionelle landwirtschaftliche Produktion an sich, sondern Zukunftsthemen wie Ressourcenschonung und die Klimaveränderungen. Auch die Landwirtschaft nehme die Klimaveränderung wahr, wurde wiederholt betont. Nach den Worten von Landesrat Schuler will „die Landwirtschaft Teil der Lösung sein, denn gerade sie braucht ein stabiles Klima, gesunde Böden und eine große Artenvielfalt. Wandel ist nie einfach und darf die Bauern auch nicht zu sehr belasten, deswegen braucht es gemeinsame Lösungen. Viele Bäuerinnen und Bauern haben große Zukunftssorgen und stehen ökonomisch unter Druck. Hier müssen auch die Konsumenten und die Gesellschaft sensibilisiert werden und bereit sein, für Qualitätsprodukte mehr zu zahlen“, ist Landesrat Arnold Schuler überzeugt.

Im Rahmen der Messe sprach Landesrat Schuler unter anderem auch mit der bayerischen Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und mit der Landwirtschaftsministerin Österreichs, Elisabeth Köstinger, über die Schwerpunkte in der Landwirtschaftspolitik in den jeweiligen Ländern.

Breites Netzwerk über die nationalen Grenzen hinaus

Seit über 40 Jahren gibt es auf der Grünen Woche einen Südtirol-Stand. Allerdings geht die Südtirol-Präsenz bei diesem Event seit langem weit über einen simplen Messeauftritt hinaus: Der IDM-Stand in Berlin dient als Plattform und Treffpunkt, um dem Südtiroler Landwirtschaftssektor Sichtbarkeit und Gehör bei den wichtigsten Anlaufstellen zu verschaffen. „Der Auftritt unseres Landes bei dieser Messe ist aus strategischen Gründen sehr wichtig: Die Internationale Grüne Woche bietet für die Südtiroler Vertreter des Agrarsektors eine sehr gute Gelegenheit, mit allen wichtigen Entscheidungsträgern auf europäischer Ebene in Kontakt zu treten und Südtirols Anliegen zu deponieren und zu besprechen. Das schafft ein breites Netzwerk über die nationalen Grenzen hinaus“, sagt Europa-Parlamentarier Herbert Dorfmann.

Der Südtirol-Stand auf der Messe ist dieses Jahr auch Bühne für den Südtiroler Apfel. Die Messebesucher haben Gelegenheit, mit einem ausgebildeten Genussbotschafter Apfelverkostungen durchzuführen, und ein Flyer gibt Informationen zu den Apfelsorten aus Südtirol, die auch an das Publikum verteilt werden. „Wir möchten dem Publikum dieser Fachmesse die Sorten mit geschützter geografischer Angabe „Gala“ und „Golden Delicious“, sowie die Clubsorten „Kanzi®“ und „yello®“ näherbringen. Diese neuen, innovativen Sorten sind sehr vielversprechend und könnten dazu beitragen, die Position Südtirols am Markt zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit der Südtiroler Apfelproduktion langfristig zu sichern“, sagt Georg Kössler, Obmann des Südtiroler Apfelkonsortiums.

stol/lpa